Lafontaine wirbt für rot-rot-grüne Mehrheiten in Einzelfragen
Berlin (Reuters) - Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hat für die Zeit nach der Bundestagswahl eine Zusammenarbeit mit SPD und Grünen nicht völlig ausgeschlossen.
Ein Regierungsbündnis komme wegen des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan nicht in Frage. In vielen Einzelfragen gebe es aber Übereinstimmungen, wie etwa bei der Reichensteuer, der Börsenumsatzsteuer oder auch beim Mindestlohn, sagte Lafontaine am Sonntag in der ARD. "Ich hoffe also, dass nach der Bundestagswahl wie auch immer ein Einsehen da ist, (...) dass man die Realitäten zur Kenntnis nimmt und dann sagt, hier ist eine Mehrheit für den gesetzlichen Mindestlohn, die setze ich um", sagte der ehemalige SPD-Chef. Die Sozialdemokraten haben allerdings wiederholt jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene nach der Wahl ausgeschlossen.
Etwaige Animositäten zwischen ihm und führenden SPD-Politikern wie Franz Müntefering dürften aber keine Rolle spielen, sagte Lafontaine. "Ich kann doch nicht, ob ich jetzt jemanden mag oder nicht, davon politische Entscheidungen abhängig machen, die Millionen betreffen", sagte er. Eine Koalition mit SPD und Grünen schloss Lafontaine aus. Die Linke sei "einzige Anti-Kriegspartei" und könne den Einsatz in Afghanistan nicht mittragen.
Zugleich warf er den Sozialdemokraten und ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier mit ihrer Ankündigung, vier Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen, mangelnde Glaubwürdigkeit vor. "Wer jahrelang Regierungspartei ist, kann nicht plötzlich behaupten: Ich habe das Rezept." Die Linke will durch gezielte Investitionen zwei Millionen neue Jobs schaffen.
Vor der Bundestagswahl tritt Lafontaine bei der Landtagswahl im Saarland am 30. August gegen Ministerpräsident Peter Müller (CDU) an. Er bekräftigte das Ziel, erneut Regierungschef in seinem Heimatland zu werden. Dort war er bereits von 1985 bis 1998 Ministerpräsident - damals allerdings noch für die SPD.
Quelle: Reuters (3. August 2009)
Themen: Berlin , Germany , Cdu , Entscheidungen , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Afghanistan , Jobs , Oskar Lafontaine , Elections , Linkspartei
Erschienen 3. August 2009 bei http://www.reuters.com.
Kommentare zu "Lafontaine wirbt für rot-rot-grüne Mehrheiten in Einzelfragen":
Obama als Sohn Afrikas - Afrika ist die Zukunft!
Wahrscheinlich wird diese historische Rede von Gaddafi aber eh bald im Westen gedruckt werden und ein Bestseller im Jahr 2009 in Europas Buchläden werden (denn etwas anderes kann der Westen ja nicht: der Westen denkt immer nur ans Geld machen).
Wer hat eigentlich schon mal das Grüne Buch von Gaddafi (aber nicht: Weisse Buch, wie die Charta der UN) gelesen?
Gaddafi ist äußerst transparent - und er gibt auch an, was er gemacht hat (Lockerbie).
Der Westen macht alles im "Versteckten"... (auch Auftragsmorde durch Geheimdienste und Blackwater).
Alles in allem: das ist eben alte afrikanische (beduinische) Weisheit und Gastfreundschaft (denn er hat ja in seiner Rede niemanden beleidigt). Ganz im Gegensatz zum "persischen" (indoeuropäischen) Achmadinedschad, der oft beleidigend wirkt.
Wenn ich da an die Politiker-Gartenzwerge überall denke wird mir schlecht...
Geht bei Gaddafi mal in die Schule und lernt Anstand und Format (und nicht Bomben auf Afghanistan).
Gaddafi hat Recht: die repräsentationale Demokratie ist ein Unsinn (siehe die Lobbyisten im Parlament), denn nur die Basisdemokratien sind sinnvoll.
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