Kurz zu den Kameras in Aachen am Elisenbrunnen

Was war die Aufregung gross, als die Kameras in Aachen am Elisenbrunnen installiert wurden: Da gibt es ein Bündnis gegen Videokameras, die Opposition hat grosse Wellen geschlagen und man kündigte an, den Elisenbrunnen als Platz politischer Aktivität in Zukunft zu meiden.

Seitdem ist es Still geworden: Dabei sollte der erste grosse Fahndungserfolg doch schon Grund genug zur Kritik geben - ist doch schon der erste “Erfolg” nichts anderes als eben keine Verhinderung oder Aufklärung von Kriminalität, sondern die erfolgreiche Fahnung nach einer ausgerissenen Jugendlichen. Dass also Personenfahndung und eben nicht Kriminalitäts-Prävention im vordergrund steht, und dass eben Jugendliche und nicht Kriminelle im Zentrum solcher Ermittlungsmethoden stehen wird hier symbolisch perfekt gezeigt. Die Kritik aber sucht man in den Medien vergeblich.

Auch sonst liest man nur die üblichen Argumente (die natürlich grossteils stimmen, wenn auch zu pauchalisiert sind): Die Technik aber hat sich keiner angesehen. Oder stört sich daran. Dabei reicht schon ein Blick als Passant, um zu erkennen, dass die Kameras ihre Daten via Funk übertragen. Welche Technik wohl dahinter steht, kann man u.a. bei Ravenhorst nachlesen, dass solche Systeme (wie alle Funksysteme!) generell sicherheitstechnich fragwürdig sind, kann man beim Spiegel nachlesen, die davon berichten, dass Wiener Hacker sich in das Polizeisystem gehackt haben - und die Daten nicht nur ausgelesen haben, sondern die Kameras auch noch steuerten. Die notwendige Ausstattung kostete übrigens unter 400 Euro.

Man kann sich aber auch fragen, warum es die Polizei selber ist, die trotz Kameras die präsenz zum Weihnachtsmarkt erhöht. Grund: Taschendiebe. Im Ernstfall scheint man also - so wie Bürgerrechtler - doch mehr auf die persönliche Präsenz zu setzen. Ebenso wie es schön ist, dass man versichert, Rotlichtsünder nicht zu behelligen und nur auf Strassenkriminalität zu setzen: Der erste Fahndungserfolg (s.o.) führt das schon ad absurdum; Mal abgesehen davon, dass wohl auch der Domvorplatz überwacht wird, man also eben nicht nur den “Elisenbrunnen” überwacht (jedenfalls habe ich oben eine schwenkbar Kamera gesehen). Auch hier bietet sich Kritik an. Ebenso wie bei dem Diebstahl zweier “Rosetten” am Elisenbrunnen, der nicht nur trotz der Kameras begangen wurde, sondern wohl in Kenntnis der Kameras wobei die Diebe die Kameras umlaufen haben und man deswegen in die Röhre guckt.

Mein Fazit z…

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Themen: Opposition , Aachen , Kameras

Erschienen 5. Januar 2009 auf http://www.datenschutzbeauftragter-online.de.

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