Szenekenner
Im Namen des Volkers | 14. Mai 2009 — Für den Richteraufpasser, der die Richter im Elfenbeinturm wähnt: ….Soweit sich die Beklagte zur Begründung ihrer ge…
Zum Auftakt in ein hoffentlich sonniges Spätsommerwochenende noch ein Rechtsstreits aus der Rubrik “kuriose Rechtsfälle” – dieses Mal ein Mietrechtsstreit, über den das Amtsgericht Hamburg im Jahre 2006 (AZ: 49 C 474/05) zu entscheiden hatte:
Ein Mieterin fühlte sich von ihrer Nachbarschaft, einem Café, das als Treffpunkt der Sado-Maso-Szene dient, belästigt. Ihr Aufeinandertreffen mit aufreizend oder provokativ bekleideten Cafébesuchern fand sie als so belastend an, dass dies für sie einen Wohnungsmangel darstellte und sie daher ihre Miete minderte. Der Vermieter war darüber verständlicherweise nicht begeistert und klagte daraufhin auf Zahlung der restlichen Miete.
Das Amtsgericht Hamburg gab dem Vermieter Recht:
“Soweit sich die Beklagte zur Begründung ihrer gegenteiligen Auffassung auf die – im wesentlichen unstreitigen – Belästigungen stützt, die von den Besuchern des offensichtlich als Treffpunkt der Sado-Maso-Szene etablierten „Café“ an der Ecke ausgehen liegt hierin kein zur Minderung berechtigender Mangel. Die Annahme eines zur Minderung berechtigenden Mangels würde nämlich voraussetzen, dass die Nutzung der Mietsache selbst – also der Wohnung und der dazugehörigen Gemeinschaftsflächen wie z.B. Treppenhaus – beeinträchtigt wären. Dies ist aber schon nach dem Vortrag der Beklagten nicht der Fall. Das „Café“ ist zwar im selben Haus wie die Wohnung der Beklagten belegen. Das Café verfügt aber, was gerichtsbekannt ist, über einen separaten Eingang am G.markt, der in gut 10 m Entfernung vom Hauseingang liegt, der zu den Wohnungen des Hauses führt. Auf diese Weise sind Zusammentreffen zwischen Besuchern des Cafés und der Wohnungsmieter des Hauses z.B. im Treppenhaus wenn nicht ausgeschlossen, so doch allenfalls Ergebnis eines Versehens; die Beklagte trägt entsprechende Vorkommnisse auch nicht vor. Sämtliche Vorfälle, die ihr Anlass zur Beschwerde gegeben haben, betreffen vielmehr Begegnungen mit (szenetypisch gekleideten) Cafébesuchern auf der Straße, und somit in einem räumlichen Bereich, der nicht mehr zur Mietsache gehört und der dementsprechend auch nicht von der mietvertraglichen Gewährleistungspflicht umfasst ist. Zwar mag es für die Beklagte nur eine untergeordnete Rolle spielen, ob sich die von der Beklagten als unangenehm und provokativ empfundenen Begegnungen im Treppenhaus absp…
» Vollständiger ArtikelErschienen 10. September 2011 auf http://www.kanzlei-blaufelder.com.
Im Namen des Volkers | 14. Mai 2009 — Für den Richteraufpasser, der die Richter im Elfenbeinturm wähnt: ….Soweit sich die Beklagte zur Begründung ihrer ge…
Andere Ansicht | 21. April 2011 — Gestern im ICE, den NJW-Podcast hörend, mußte ich wieder staunen, welch seltsamen Sachen es doch bisweilen bis vor dem BGH scha…
Dies und das ... | 29. Juli 2011 — Als Student lebte ich eine Zeit in Münster. Auch über die Stadtgrenzen hinaus ist die Gegend durchaus als hochkatholisch bekannt. …
Reuters | 3. November 2010 — Karlsruhe (Reuters) - Mieter dürfen ihre Mietzahlung erst kürzen, wenn sie den Vermieter über Mängel der Wohnung informiert hab…
Rechtsteufel | 14. April 2010 — Die Überwachung des Hauseingangs durch eine Kamera stellt einen erheblichen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Mieters da…
Schlosser Aktuell | 14. Juli 2009 — Darf ein Vermieter von Wohnraum dem Mieter kündigen, wenn der Mieter in der Wohnung ein Gewerbe ausübt? Über diese Frage hatte …
Recht für Verbraucher | 17. Januar 2008 — Urteil des Bundesgerichtshofs zum Kostenerstattungsanspruch des Wohnraummieters gegen den Vermieter im Fall der Selbstbeseitigung …
fachanwaltsliste.de | 10. November 2010 — Der Bundesgerichtshof hat heute entschieden, dass eine Mietminderung wegen Abweichung der tatsächlichen Wohnfläche von der im M…
Mit Fug und Recht | 18. April 2012 — Es gibt schon ungewöhnliche Wohnungen, z.B. in einer Burg. Solche eine ungewöhnliche Wohnung kann für den Vermieter auch ungewö…
BLEIL | 15. Februar 2011 — Die 13. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg hat mit Urteil vom 18. Mai 2010 entschieden (Az.: 13 S 58/10), dass ein Vermieter ni…