Kulturexport
am 08.04.2006 von Sartorienfelder
Heute abend lief im Südwest-Fernsehen eine Sendung über den Neckar. Auch Heidelberg war mit einem Beitrag berücksichtigt, in dem es um das Schloß und die japanischen Reisegruppen ging, die dort regelmäßig erscheinen, um durch das Schloß geführt zu werden.
An einer Stelle führt die Besichtigung an einem Lindenbaum vorbei. Mitunter passiert es, so verrät der Filmbeitrag, daß die Touristen dort das Volkslied Am Brunnen vor dem Tore anstimmen. Die Erklärung dafür ist, daß die allermeisten dieser Touristen das Rentenalter erreicht haben und sich in ihrer Schulzeit noch mit deutscher Geschichte zu befassen hatten. Dazu gehörten auch Kenntnisse über das deutsche Kulturgut, so also auch Volkslieder und Gedichte.
Nach dem - hier wohl unvermeidlichen - Schwenk auf Alt-Heidelberg sah sich der Moderator im Studio veranlaßt, an seine Gäste die Frage zu richten, was denn das für ein kitschiges Deutschlandbild sei. Mit Verlaub: Mir ist ein bißchen Kitsch wesentlich lieber, als - wie es einigen Bekannten passiert ist - im Ausland mit dem Hitlergruß oder der Frage empfangen zu werden, ob denn die Nazis immer noch an der Regierung seien.
Dieses Land hat ein so reiches kulturelles Erbe, daß es umso frappierender ist, wenn man sieht, wie sehr sich die Wahrnehmung der deutschen Geschichte auswärts …
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