Kündigung bei Insolvenz
Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung macht sich auch im Arbeitsrecht bemerkbar. Unternehmen, die in den letzten Jahren der
Personalsbestand teilweise dramatisch reduziert haben, stellen wieder ein. Auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist seit 2005
rückläufig und erreichte 2006 mit ca. 34.000,- den tiefsten Stand seit 2001. Dennoch gibt es auch im Jahre 2008 bereits die ersten
große Insolvenzen und Massenentlassungen.
Bis zur gelten die allgemeinen Grundsätze des
Kündigungsschutzes. D.h. eine Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen setzt im Regelfall voraus, dass
der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers nachweislich und dauerhaft abgebaut wird, die sozialen Auswahlkriterien (Betriebszugehörigkeit,
Lebensalter, Unterhaltspflichten, Schwerbehinderung) der betroffenen Mitarbeiters ausreichend berücksichtigt wurden, erforderliche
behördliche Zustimmungen (z.B. bei Mutterschutz, Elternzeit, Schwerbehinderungen etc) zuvor eingeholt wurden, der Betriebsrat
ordnungsgemäß beteiligt wurde, keine betriebs- bzw. tarifvertraglichen Kündigungsverbote bestehen, rechtzeitig eine
Massenentlassungsanzeige an die Bundesagentur für Arbeit erfolgte, mit dem Betriebsrat ein Sozialplan und Interessenausgleich
vereinbart wurde,
Auch nach Insolvenzeröffnung gilt kaum etwas anderes. So stellt z.B. - entgegen weit verbreiteter Ansicht - die Eröffnung des
Insolvenzverfahrens allein noch keinen Kündigungsgrund dar. Die Kündigung ist weiterhin nur unter den o.g. Voraussetzungen zulässig.
Lediglich die Kündigungsfristen werden auf maximal drei Monate zum Monatsende verkürzt.
Daher besteht auch während der Insolvenz des Arbeitgebers für die von der Kündigung betroffenen Arbeitnehmer die Möglichkeit, die
Wirksamkeit der Kündigung vom Arbeitsgericht überprüfen zu lassen. Der Insolvenzverwalter muss dann dem Gericht darlegen und
gegebenenfalls beweisen, dass im konkreten Einzelfall die o…
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