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Kreml: Beresowski steckt hinter dem Anschlag auf Litwinenko

am 26.11.2006 von http://www.strafblog.de

Während britische Ermittler weiterhin darum bemüht sind, die Hintergründe der Polonium-Vergiftung des früheren russischen Geheimdienstlers Litwinenko zu ermitteln, weisen die russische Regierung und russische Medien alle gegen Sicherheitskreise und Politiker des Landes gerichteten Vorwürfe zurück und lenken den Verdacht auf den in London lebenden jüdischen Milliardär Boris Beresowski, der unter Jelzin ein großes Vermögen gemacht hat und im Jahr 2000 nach England flüchtete, nachdem er beim Kreml in Ungnade gefallen und mit einem Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche bedroht worden war. Die Deutsche Welle berichtet online, dass Beresowski in mehreren Interviews und in einem Bericht der Zeitung Rossiskaja Gaseta ausdrücklich der Tat verdächtigt wurde.

Litwinenko hatte 1998 seine Vorgesetzten beim Geheimdienst FSB öffentlich beschuldigt, ihn mit der Ermordung Beresowskis, der damals nochzum inneren Machtzirkeldes Kreml gehört hatte, beauftragt zu haben. Später ist Litwinenko selbst aus Russland geflüchtet und hatte in seiner Wahlheimat England enge Kontakte zu Beresowski.

Die frühere Bundesjustizministerin und FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger hat unterdessen gefordert, dass sich der Europarat mit den Morden an Litwinenko und der Journalistin Politkowskaja, in deren Fall Litwinenko recherchierte, befassen sollen. Verschiedene Stellen, darunter auch britische Regierungskreise, haben auch Moskau zur Mitarbeit aufgefordert.

Eine ausführliche Obduktion Litwinenkos hat bislang wegen der radioaktiven Verstrahlung des Leichnams noch nicht stattgefunden, heißt es. Das an der Obduktion beteiligte medizinische Personal dürfe nicht gefährdet werden. Menschen, die sich zuletzt in Litwinenkos Nähe aufgehalten, wurden aufgefordert, sich zu melden und auf Strahlenschäden untersuchen zu lassen.

Autor: RA Rainer Pohlen

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