Zusammenstöße in Dresden bei Demonstration gegen Rechts
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Dresden (Reuters) - Ein geplanter Großaufmarsch von Rechtsextremisten hat in Dresden Straßenschlachten zwischen der Polizei und Gegendemonstranten ausgelöst.
Nachdem gewaltbereite Linke Absperrungen durchbrochen und Barrikaden gebaut hatten, setzte die Polizei am Samstag Knüppel und Wasserwerfer ein, um die Gruppen zu trennen. Die massiven Krawalle verhinderten einen Zug der mindestens 600 Rechtsextremisten durch die Stadt. Sie hatten den 66. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg zum Anlass für drei Großveranstaltungen genommen.
Nach Polizeiangaben wurden mehr als 50 der insgesamt 4500 eingesetzten Beamte aus mehreren Bundesländern verletzt. Mehrere Tausend Autonome hatten immer wieder versucht, zum Hauptbahnhof zu gelangen, wo sich die Rechtsextremisten gesammelt hatten. Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer "Explosion der Gewalt durch linksextremistische Straftäter". Nach Zählung der Gewerkschaft hielten sich rund 3000 Autonome in der Stadt auf.
Im Vorfeld war erwartet worden, dass sich rund 4000 Neonazis aus ganz Europa in der sächsischen Landeshauptstadt versammeln würden. Nach Zählung der Polizei schafften es etwa 600 bis zum Hauptbahnhof. Mehrere Hundert zogen im Tagesverlauf weiter nach Leipzig, wo sie aber nicht in die Stadt gelassen wurden. Am Dresdner Weiskopf-Platz versammelten sich der Polizei zufolge weitere 500 Rechtsextremisten. Das Verwaltungsgericht hatte erst am Freitagabend grünes Licht für die Versammlungen gegeben.
Erklärtes Ziel des Bündnisses "Dresden nazifrei" war es, den Rechtsextremisten keinen Meter der Stadt zu überlassen. An den Protesten nahmen nach Schätzungen der Veranstalter über 20.000 Menschen teil, die meisten davon friedlich. Nach einem Durchbruch durch eine Polizeiabsperrung kam es zu einer Blockade von bis zu 800 Gegendemonstranten. Polizeipräsident Dieter Hanitsch sagte, an der Aktion hätten sich auch Mitglieder des Bundestages und des sächsischen Landtages beteiligt.
Hanitsch sagte, die Gewalttäter unter den Demonstranten hätten die Polizei massiv mit Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen und versucht, in den Versammlungsraum der Rechten zu gelangen. Außerdem sei eine Polizeiwache angegriffen worden. Zu einem Aufeinandertreffen beider Gruppen sei es nur in wenigen Fällen gekommen. Die Polizei nahm über 50 Personen in Gewahrsam.
Erschienen 20. Februar 2011 bei http://www.reuters.com.
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