Bestechungsprozess: Sechseinhalb Jahre Haft
schreibmaschine | 12. Januar 2007 — Hohe Strafe für einen korrupten städtischen Angestellten: Wegen Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und Untreue hat das Würzburg…
Hohe Strafe für einen korrupten städtischen Angestellten: Wegen Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und Untreue hat das Würzburger Landgericht am Donnerstag den ehemaligen Leiter des Tiefbau-Amtes der Stadt Bad Neustadt/Saale zu sechseinhalb Jahren Gefängnis und 7.200 Euro (720 Tagessätze á 10 Euro) Geldstrafe verurteilt. Eine erhebliche Mitschuld an den Taten sah das Gericht bei den Vorgesetzten des 52-Jährigen: „Man hat es ihm verdammt leicht gemacht“, sagte der Vorsitzende der 5. Strafkammer, Burkhard Pöpperl. Nach insgesamt 22 Verhandlungstagen mit 30 Zeugen und einem späten Geständnis des Angeklagten gab es für das Gericht keine Zweifel mehr: Der frühere städtische Angestellte hat spätestens seit dem Jahr 2000 regelmäßig Schmiergelder von Baufirmen und Architekten gefordert, die bei der Auftragsvergabe weiter berücksichtigt werden wollten. Rund 1,2 Millionen Euro kassierte er bis zu seiner Verhaftung im Juni 2005. Im Gegenzug sorgte er auch dafür, dass überhöhte Rechnungen von Bauunterfirmen durch die Stadtkasse ohne Probleme bezahlt wurden. „Die Kontrollmechanismen in der Stadtverwaltung haben, soweit sie überhaupt vorhanden waren, völlig versagt“, sagte Pöpperl. Bürgermeister Bruno Altrichter habe die vom Leiter der Tiefbau-Abteilung vorgelegten Auszahlungsanordnungen immer „in blindem Vertrauen“ unterzeichnet und so den Nährboden für das korrupte Verhalten des 52-Jährigen bereitet. Auch die Tatsache, dass der Löwenanteil der städtischen Aufträge für Straßenunterhalt ohne Ausschreibung vergeben wurde, sorgte beim Vorsitzenden für Unverständnis: „Der Wettbewerb unter den Bauunternehmen war weitgehend ausgeschlossen.“ Insgesamt sei der Stadt und ihren…
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