Weitere 25 Festnahmen im Korruptionsskandal von Marbella
strafblog | 1. Juli 2006 — Im Nobelbadeort Marbella an der spanischen Costa del Sol sind Anfang der Woche weitere 25 Personen festgenommen worden, darunter 9…
Interessante Details berichtet die spanische Tageszeitung DIARIO DE MALLORCA über den Korruptions-Skandal von Marbella, der zur Entlassung des kompletten Gemeinderates und zur Einsetzung einer provisorischen Stadtverwaltung geführt hat. Mehr als 40 Personen, darunter auch die vormalige Bürgermeisterin und viele Gemeinderäte, sitzen in Haft. Juan Antonio Roca, Berater der Stadtregierung in urbanistischen Fragen, sei hin und wieder zu den Sitzungen des Gemeinderates erschienen und habe dann Briefumschläge mit Geld unter den Stadträten verteilt. Darin seien unterschiedlich hohe Beträge gewesen, je nach Bedeutung der Adressaten. Das meiste Geld habe immer die Bürgermeisterin bekommen, etwas weniger die stellvertretenden Bürgermeister, dann kamen die für ein wichtiges Ressort verantwortlichen Stadträte und schließlich die einfachen Stadträte. Auch die erhielten jedoch mindestens 6.000 Euro aus Zahlungen von großen Bauunternehmen, die entrichtet wurden, damit der Gemeinderat Grünflächen in Baugelände umwidmete oder die Genehmigung erteilte, höhere Gebäude zu errichten, als nach den Vorgaben der Regionalregierung eigentlich zulässig war. Während die Politiker nach wie vor überwiegend in Haft sitzen, befinden sich die Bauunternehmer bis auf einen inzwischen gegen Kautionszahlungen bis zu 500.000 Euro wieder auf freiem Fuß. Sie beschäftigen zusammen rund 40.000 Personen und haben sich bitter über die Zustände im Knast während ihrer nur kurz andauernden Untersuchungshaft beklagt, wo sie "zwischen Straßennutten, Drogensüchtigen und Jungen, die keinen festen Wohnsitz hatten" eingesperrt gewesen seien und mit diesen dieselbe Toilette hätten benutzen müssen. Der Generaldirektor von AIFOS habe die ganze Zeit geweint und Fidel San Román, ein großer Bauunternehmer aus Madrid, sei mit Schüttelfrost auf den Boden gefallen und habe die ganze Zeit Tabletten nehmen müssen, heißt es in dem Bericht. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER
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