EuGH: Angebotskopplung für TK-Dienste (Breitband und Telefondienste)
beck-blog | 15. März 2010 — Eine Konstellation, die auch in Deutschland relevant ist: Der EuGH hat entscheiden, dass die Erbringung von Telekommunikatio…
Wie der Gerichtshof der Europäischen Union auf ein polnisches Vorabentscheidungsersuchen hin soeben entschieden hat, kann ein EU-Mitgliedstaat untersagen, den Abschluss eines Vertrags über die Erbringung von Telekommunikationsdiensten davon abhängig zu machen, dass der Endnutzer einen weiteren Vertrag schließt. Eine nationale Regelung, die von bestimmten Ausnahmen abgesehen Kopplungsangebote ungeachtet der spezifischen Umstände des konkreten Falles verbietet, ist nach dem Urteil des EuGH jedoch mit dem Verbraucherschutzrecht der Union unvereinbar.
Ein polnisches Telekommunikationsgesetz von 2004 sieht vor, dass der Präsident des Urz?d Komunikacji Elektronicznej (UKE, polnisches Amt für elektronische Kommunikation) einem Telekommunikationsunternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auf dem Markt für Endkundendienste zum Schutz des Endnutzers vorschreiben kann, den Endnutzer nicht zur Inanspruchnahme von Diensten zu verpflichten, die für ihn entbehrlich sind.
Der Präsident des UKE gab der Telekomunikacja Polska SA w Warszawie mit Entscheidung vom 28. Dezember 2006 auf, festgestellte Rechtsverstöße zu beenden, die darin bestünden, dass der Abschluss eines Vertrags über die Bereitstellung des Breitband-Internetzugangs „neostrada tp“ vom Abschluss eines Vertrags über Telefondienste abhängig gemacht werde.
Nach Abweisung der Klage gegen diese Entscheidung erhob Telekomunikacja Polska Kassationsbeschwerde beim Naczelny S?d Administracyjny, dem polnischen Hauptverwaltungsgericht. Dieses Gericht hat den Gerichtshof der Europäischen Union in einem Vorabentscheidungsersuchen nach der Vereinbarkeit einer nationalen Regelung, wonach Unternehmen ohne Beurteilung der Intensität des Wettbewerbs auf dem Markt und unabhängig von ihrer Marktstellung die Kopplung ihrer Dienstleistungen untersagt ist, mit den Richtlinien des gemeinsamen Rechtsrahmens für elektronische Kommunikation gefragt.
In seinem heutigen Urteil weist der Gerichtshof zunächst darauf hin, dass mit der Rahmenrichtlinie ein harmonisierter Rahmen für die Regulierung elektronischer Kommunikationsdienste und Kommunikationsnetze sowie zugehöriger Einrichtungen und zugehöriger Dienste vorgegeben werden soll. Die Richtlinie legt insbesondere die Aufgaben der nationalen Regulierungsbehörden fest, die eine Analyse der relevanten Märkte im Bereich der elektronischen Kommunikation durchführen und beurteilen, ob auf ihnen wirksamer Wettbewerb herrscht. Ist dies bei einem Markt nicht der Fall, erlegt die betreffende nationale Regulierungsbehörde den Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auf diesem Markt Vorabverpflichtungen auf.
Sodann stellt der EuGH fest, dass die Universaldienstrichtlinie auf die Gewährleistung der Verfügbarkeit unionsweiter hochwertiger, öffentlich zugänglicher Dienste durch wirksamen Wettbewerb und Angebotsvielfalt abzielt und gleichzeitig die Fälle regelt, in denen die Bedürfnisse der En…
» Vollständiger ArtikelErschienen 11. März 2010 auf http://www.rechtslupe.de.
beck-blog | 15. März 2010 — Eine Konstellation, die auch in Deutschland relevant ist: Der EuGH hat entscheiden, dass die Erbringung von Telekommunikatio…
e-comm | 11. März 2010 — Zum heutigen Urteil in der Rs C-522/08, Telekomunikacja Polska, hier die Beantwortung der Vorlagefragen (mehr dazu bei contentand…
Rechtslupe | 13. Mai 2011 — Mit den Leitlinien der Europäischen Kommission zur Marktanalyse und Ermittlung beträchtlicher Marktmacht werden den Einzelnen k…
Rechtslupe | 5. Mai 2011 — Im Wettbewerbsbereich ist nur die Europäische Kommission für die Feststellung zuständig, dass keine missbräuchliche Verhaltensw…
Rechtslupe | 24. April 2009 — Wie der Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften gestern entschieden hat, dürfen die Mitgliedstaaten keine strengeren als d…
hb-law.de | 9. Juli 2010 — Der BGH hat mit Urteil vom 7. Juli 2010 – VIII ZR 268/07 - entschieden, dass im Falle des Widerrufs eines Fernabsatzvertrages d…
Rechtslupe | 14. Januar 2010 — Es stellt nicht automatisch eine unlautere Geschäftspraxis dar, seinen Kunden nach einer bestimmten Zahl von Einkäufen die Teil…
Rechtslupe | 27. April 2012 — Ein Mitgliedstaat kann vorsehen, dass eine aufgrund einer Klage im öffentlichen Interesse, die eine Verbraucherschutzbehörde ge…
Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 7. Mai 2011 — EuGH Urteil vom 05.05.2011 C‑543/09 Der EuGH hat entschieden, dass die Deutsche Telekom AG die ihr bekannten Teilnehmerdaten ihren…
Rechtslupe | 27. Juli 2010 — Der Gerichtshof der Europäischen Union hat sich mit den Gebühren beschäftigt, die von Telefongesellschaften für die Übertragung…
Der Shop der Rechtslupe für Ihren Kanzleibedarf / Bürobedarf