Konkurrentenklage: Stellenbesetzung vor Abschluss des gerichtlichen Eilverfahrens ist unzulässig
am 01.11.2006 von andreas-buschmann.net
Bei einer Beförderungskonkurrenz kann ein Beamter, der nach dem Willen des Dienstherrn nicht zum Zuge kommen soll, vorläufigen Rechtsschutz beantragen. Was aber ist, wenn der Dienstherr die Stelle kurzerhand mit dem Konkurrenten endgültig besetzt, bevor das Gericht über den Eilantrag entscheiden konnte? Geht der übergangene Bewerber dann “leer” aus? Hierzu hatte das Oberverwaltungsgericht Saarlouis jetzt zu befinden (1 W 19/06).
Der öffentliche Dienstherr muss die Bewerber um seine Stellen grundsätzlich nach Art. 33 GG gleichbehandeln. Ist die zu besetzende Stelle erst einmal endgültig besetzt, kann der übergangene Bewerber möglicherweise Amtshaftungsansprüche geltendemachen. Er kann aber nicht mehr verlangen, bei der Stellenbesetzung noch berücksichtigt zu werden. Ein übergangener Stellenbewerber kann deshalb im Wege einstweiligen Rechtsschutzes verlangen, dass die Stelle nicht endgültig besetzt wird, wenn seine Bewerbung nicht offensichtsichtlich aussichtslos ist.
Im entschiedenen Fall hatte der Dienstherr die Stelle nach dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung kurzerhand neu neu besetzt ohne die Entscheidung des Verwaltungsgerichts abzuwarten. Er stellte sich außerdem auf den Standpunkt, es reiche aus, wenn er dem Bewerber eine vergleichbare Stelle offenhalte. Der Stellenbewerber könne unter diesen Umständen keinen einstweiligen Rechtsschutz mehr erfolgreich geltend machen.
Das Oberverwaltungsgericht Saarlouis befand hierzu (Beschluss vom 30.3.2006, 1 W 19/06):
1. Sucht bei einer Beförderungskonkurrenz der Beamte, der nach dem Willen des Dienstherrn nicht zum Zuge kommen soll, um die Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes nach, so hat das Verwaltungsgericht eine eingehende, im Maßstab einem Hauptsacheverfahren entsprechende Prüfung der Sach- und Rechtslage durchzuführen.
2. Solange das entsprechende Verfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen ist, darf der Dienstherr keine Beförderung vornehmen; dieses Verbot ist …
Düsseldorf: Stellenausschreibung nach Maß
LawBlog / Bei der Besetzung einzelner Spitzenpositionen im Düsseldorfer Rathaus geht möglicherweise nicht alles mit rechten Dingen zu. Jedenfalls hat das Verwaltungsgericht der Landeshauptstadt große Bedenken gegen die Art und Weise, wie die neue Leiterin d…
Arbeitszeugnis: Fälscher riskieren ihren Job
Rechtblog / Der Fall betraf die Stelle eines Technischen Aufsichtsbeamten. Das dafür erforderliche Hochschulstudium hatte ein Bewerber zum Zeitpunkt der Stellenausschreibung noch nicht abgeschlossen. Stattdessen legte er ein gefälschtes Diplom vor. Als…
2 BvR 1586/07 vom 24.09.2007
BVerfG / Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Versagung einstweiligen Rechtsschutzes in einem richterrechtlichen Konkurrentenstreitverfahren. Weil der Dienstherr die Urkunde an den ausgewählten Bewerber unmittelbar nach Zustellung der Beschwerdeentsch…
Nicht geschlechtsneutrale Stellenanzeige - Keine Entschädigung bei Indizien für unernste Bewerbung
andreas-buschmann.net / Ein Arbeitgeber schreibt eine Stelle mit der unzulässigerweise nur Frauen ansprechenden Stellenbezeichnung “Chefsekretärin/ Assistentin” aus. Ein bei der Stellenbesetzung nicht berücksichtigter männlicher Stellenbewerber machte darau…
OVG Niedersachsen: Nicht jeder Bewerber kann Bestenauslese erwarten - Beschränkungen des Bewerberkreises über Anforderungsprofil zulässig!
JuracityBlog / Das OVG Lüneburg hat sich in seinem aktuellen Beschluss vom 28.09.2006 - 5 ME 229/06 - mit einem der klassischen Probleme des Beamtenrechts befaßt: der Rechtmäßgikeit von Ausschreibungsprofilen in Bewerbungsverfahren. Art. 33 Abs.…
Beamtenrecht: Eilrechtschutz vor Konkurrentenklage ist immer notwendig, aber nicht immer erfolgreich!
JuracityBlog / Der Beamte ist einer negativen Beförderungsentscheidung nicht schutzlos ausgeliefert. Der Rechtschutz ist in dieser Situation umfangreich ausgestaltet. Indes kann hier viel falsch gemacht oder versäumt werden. Ein grundsätzlicher Anspr…
