Kommerzielle Nutzung fremder Artikel bei JuraBlogs

Einen harten Titel hat dieser Beitrag – aber warum lange um den Kern herumschreiben.. und polarisierende Titel sollen ja bekanntermaßen mehr Leser anziehen. Dies ist der bislang längste (und vielleicht auch wichtigste) Artikel im JuraBlogs Blog. Also machen Sie sich Ihren Ostermontags-(Frohe Ostern!)-Kaffee und dann los: Ekrem Senol von jurblog.de hat letzte Woche einen Artikel veröffentlicht, in welchem er seinen “traurigen Abschied von JuraBlogs.com” schildert. Er kritisiert die Darstellung der bei JuraBlogs veröffentlichten Artikel auf den Unterseiten unseres Angebotes. Der Artikel war hier für ungefähr einen halben Tag zu lesen, bevor ich sämtliche Artikel von jurblog.de auf Wunsch von Herrn Senol gelöscht habe. Unter Umständen könnte das als “Zensur” missverstanden werden .. Deswegen nochmals ein Artikel hier im Blog. Ich empfehle zusätzlich zu diesem Artikel hier unbedingt die Lektüre des Artikels bei jurblog.de, da dieser eine andere subjektive Sichtweise der Thematik darstellt. Zusammengefasst (die Diskussion dort ist ziemlich umfangreich) gibt es zwei Punkte, die ich hier gerne ansprechen und zur Diskussion stellen möchte: - Werbung innerhalb von Artikeln - Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher von JuraBlogs.com sich bis zum “Originalblog” klickt Tatsache ist: Wir schalten auf Unterseiten Werbung für Besucher aus Suchmaschinen. Ebenso stimmt es, dass wir längere Ausschnitte (jedoch nicht den kompletten Text) der Artikel auf unseren Artikelunterseiten darstellen. In Gesprächen mit Autoren kam dies des Öfteren zum Gespräch – war bislang aber nie ein Problem, da wir immer bestrebt waren, ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen den Interessen des Autors und unseren Interessen herzustellen. Wir haben im September 2004 JuraBlogs.com mit dem Ziel gestartet, die juristische Blog-Landschaft unter einem Dach darzustellen und somit eine attraktive erste Anlaufstelle für Interessierte zu schaffen. Juristische Blogs waren damals im deutschsprachigen Raum nicht weit verbreitet – es gab unseren Recherchen nach etwa 40. Das Thema “Blogs” stand hier noch in den Kinderschuhen – der Begriff “JuraBlogs” führte bei Google zu einer einstelligen Trefferzahl. Wir waren damals mit einer Online-Marketingagentur auf Anwaltsmarketing spezialisiert und haben Wege gesucht, wie es für einzelne Anwälte trotz der gesetzlichen Beschränkungen möglich ist, sich “aus der Masse herauszuheben”. Heute – fast 4 Jahre später – sieht es anders aus. Allein bei JuraBlogs sind momentan 199 Blogs aktiv; in den letzten 30 Tagen wurden in mehr als 60% davon neue Artikel veröffentlicht. Der Begriff “JuraBlogs” führt zu mehr als 170.000 Treffern in Google und zahlreiche Erwähnungen in von “der breiten Masse” gelesenen Blogs (beispielsweise Basic Thinking hier, hier, hier, hier oder hier), Artikel in Tomorrow Focus, der FAZ, der Netzeitung, der c’t, telepolis u.a. haben dazu geführt, dass juristische Blogs es fast als eigenständiger Begriff bis in die deutsche Wikipedia geschafft hätten – zumindest aber zur täglichen Lektüre tausender Juristen und Nichtjuristen gehören. In den letzten vier Jahren hat JuraBlogs mehrfach den Server gewechselt, weil das alte System zu langsam geworden ist. In dem System stecken bislang viele Hundert Stunden Entwicklungszeit und auch in Zukunft werden noch viele Stunden hineinfließen. Wir haben aktuell pro Tag im Schnitt 11.000 Besucher, welche durchschnittlich rund 6000 Artikel in den Originalblogs lesen – sich also von JuraBlogs.com auf den vollständigen Artikel weiterleiten lassen oder aber über die mehr als 500 Newsletterabonnements und fast ebenso vielen RSS-Feed-Abonnements auf die Originalartikel kommen. So wurden bislang über JuraBlogs mehr als 2 Millionen Artikel in den Originalblogs gelesen. Aber: Das bedeutet auch, dass einige Tausend Besucher pro Tag ihren Besuch bei JuraBlogs wieder beenden und keinen Artikel im Originalblog lesen. Diese Besucher haben folgende Möglichkeiten: - Sie verlassen JuraBlogs sofort wieder - Sie klicken auf eine angezeigte Werbung Sofern Sie in Ihrem Blog oder auf Ihrer Internetseite Werbung geschaltet haben, wissen Sie sicherlich aus Erfahrung, dass es vom ersten Typ Besucher nicht allzu viele gibt. Es ist bei uns ein geringer einstelliger Prozentsatz. Viel größer ist der Anteil der Nutzer, die unser Angebot unmittelbar wieder verlassen und bei Google auf den nächsten Treffer klicken. Eine mögliche Antwort wäre jetzt, dass es doch schön wäre, wenn diese Besucher trotzdem nicht bei JuraBlogs, sondern direkt im Originalblog landen würden. Warum der Umweg über uns? Nachdem wir die Selbstständigkeit beendet haben, bin ich nach zwei Jahren im Onlinemarketing bei Monster.de zum Marktführer im Onlinehandel gewechselt . Meinen Arbeitstag verbringe ich damit, mich dort genau um das Thema zu kümmern, in welchem im wirklich fit bin: Suchmaschinenoptimierung. JuraBlogs kann nur deswegen ständig neue Besucher anziehen, weil unsere Unterseiten sehr gut für Suchmaschinen optimiert sind. Sie bestehen zum großen Teil aus der Anzeige ähnlicher Artikel und einer intelligenten internen Linkstruktur. Aus diesem Grund gibt es auch Verlinkungen zwischen den Unterseiten. Würde jeder Link zum Originalartikel führen, wäre eine gute Platzierung bei Google nicht möglich. Mehr als 50% des Inhalts der Unterseiten besteht aus Inhalten, die in dieser Kombination nicht im Originalblog zu finden sind – so vermeiden wir wirkungsvoll das Problem des sogenannten “Duplicate Content” (Herr Senol hat versucht, das Problem in seinem Artikel aufzugreifen). Sofern ein Artikel von JuraBlogs bei einer bestimmten Suchkombination oberhalb des Artikels des Originalblogs zu finden ist, liegt dies vor allem an der sogenannten “Autorität”, die JuraBlogs in den letzten Jahren durch externe Verlinkungen und eine funktionierende interne Struktur aufgebaut hat. Dieser durch Herrn Senol geschilderte Effekt ist jedoch nicht die Regel: Bei der Suche nach dem Titel eines speziellen Artikels wird nur nach genau dieser Wortkombination gesucht. Die entsprechende Unterseite von JuraBlogs ist durch den Einsatz bestimmter Techniken besonders gut auf den Artikeltitel optimiert. Die Suche nach einem Artikeltitel kommt jedoch “in freier Wildbahn” zur größten Wahrscheinlichkeit nur durch den Autor selbst vor. Durch die Anzeige ähnlicher Artikel und Links, TOP-Artikel, Kommentare etc. werden unsere Unterseiten meist bei anderen Suchkombinationen in Google sichtbar, als der Artikel der Quelle. Eine Kannibalisation (“wenn JuraBlogs nicht gelistet wäre, würden die Besucher direkt auf meinen Artikel klicken”) findet nur in geringem Maße statt. Wir haben in Zukunft noch Vieles vor, um mehr Besucher auf das Thema juristische Blogs aufmerksam zu machen und uns als Themen-Portal noch stärker zu positionieren. Uns ist bewusst, dass es Erfolg nur in guter Zusammenarbeit mit den Autoren geben kann. Mehrwerte für die Community (Rankings, TOP-Listen, Newsletter etc.), neue Ideen zur Darstellung und Kategorisierung einzelner Blogs bis hin zu personalisierten Startseiten: Ideen zur Weiterentwicklung von JuraBlogs gibt es viele und einige davon lassen sich in den Beiträgen hier im JuraBlogs Blog und in den Kommentaren nachvollziehen. Nach Erscheinen des Artikels bei jurblog.de hat sich bislang ausser Herrn Senol selbst auch Ronny Jahn (verbraucherrechtliches.de) leider von JuraBlogs verabschiedet. Ich bedauere diese Entscheidung, aber letzten Endes steht es jedem Autor frei, seine Einverständniserklärung zurückzuziehen. Wie empfinden Sie als Autor das Gleichgewicht? Wie nutzen Sie selbst JuraBlogs? Wie haben Sie das erste Mal von uns gehört? Kommentare? Gedanken? Ich stehe für eine offene Diskussion gerne zur Verfügung. PS: “Sie” hat in Blogs eigentlich wenig zu suchen und ich bin mit vielen Autoren und Leser “per Du”. Aber ein höfliches “Sie” ist in der juristischen Blogosphäre trotz allem sehr verbreitet ..

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.

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Erschienen 24. März 2008 auf http://www.jurablogs.com/blog.

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Kommentare zu "Kommerzielle Nutzung fremder Artikel bei JuraBlogs":

25. März 2008 von Alexandra — Hallo,
habe zufällig heute den obrigen Artikel gelesen und das das ganze nicht verstehen.
Die Werbung stört doch niemand, man muß diese ja nicht anschauen / lesen.
Ich nun schon seit über einem halben Jahr wöchentlich auf dieser Homepage und habe ehrlich geasgt die Werbung noch garnicht so bemerkt.

Also zum diskutieren gibt es doch ernstere Dinge wie nun dieses, ich bin sehr froh das es die Homepage gibt.
Wenn man sich mit jeder Kleinigkeit befassen würde was einem stört..o je..o je..



Alexandra

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Als JurBlog.de vor ca. zweieinhalb Jahren noch in den Kinderschuhen steckte und nicht so viele Besucher hatte, war ich sehr