Kanzleramt überprüft nach Gutachten-Vorwürfen Gorleben-Akten
Reuters | 9. September 2009 — Berlin (Reuters) - Das Bundeskanzleramt geht Vorwürfen nach, die frühere Regierung Kohl habe Anfang der 80er-Jahre massiv Einfl…
Berlin (Reuters) - Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl unterstützt einem Sprecher zufolge "zügige Aufklärung" der Manipulationsvorwürfe gegen seine frühere Regierung beim geplanten Atommüll-Endlager Gorleben.
Der CDU-Politiker stehe diesbezüglich in "engem Kontakt mit dem Kanzleramt", zitierte die "Frankfurter Rundschau" am Donnerstag einen Kohl-Sprecher vorab.
Im Kanzleramt werden derzeit alle Akten zu Gorleben ausgewertet. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hatte die Regierung unter Kohl 1983 Druck auf Wissenschaftler ausgeübt, um Gutachten abzuschwächen, die eine Eignung des niedersächsischen Salzstocks als Endlager kritisch sahen. Die "Frankfurter Rundschau" berichtete, auch ein Mitarbeiter des Kanzleramtes habe die Gutachter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) dazu gedrängt, ihre Studie zur Eignung Gorlebens für ein Atom-Endlager umzuschreiben. So musste demnach unter anderem der Passus gestrichen werden, in dem die PTB dafür plädierte, Alternativen zu Gorleben zu prüfen, um "Sachzwänge" zu vermeiden.
Erschienen 10. September 2009 bei http://www.reuters.com.
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