Mutmaßlicher Mossad-Agent wird an Deutschland ausgeliefert
Reuters | 5. August 2010 — Warschau (Reuters) - Der Weg für die Auslieferung eines im Zusammenhang mit dem Mordanschlag von Dubai gesuchten mutmaßlichen …
Berlin (Reuters) - Ein im Zusammenhang mit dem Mordanschlag auf einen Hamas-Führer in Dubai gesuchter mutmaßlicher Agent des israelischen Geheimdienstes ist von einem Kölner Richter auf freien Fuß gesetzt worden.
Der Haftbefehl gegen den unter dem Namen Uri Brodsky aufgetretenen mutmaßlichen Mossad-Mitarbeiter sei am Mittag aufgehoben worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag.
Brodsky, der auf Betreiben der deutschen Justiz von Polen ausgeliefert worden war, habe eine Kaution hinterlegt. Er könne sich frei bewegen und auch Deutschland verlassen. Zu einem möglichen Prozess wegen Urkundenfälschung müsse er auch nicht persönlich erscheinen, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Möglicherweise werde das Verfahren auch ohne Prozess gegen eine Geldstrafe eingestellt.
Brodsky war Anfang Juni im Zusammenhang mit der Ermordung des Hamas-Kommandeurs Mahmud al-Mabhuh in Dubai auf dem Warschauer Flughafen festgenommen worden. Nach ihm war mit einem von Deutschland beantragten europäischen Haftbefehl gefahndet worden, weil er an der illegalen Beschaffung eines deutschen Reisepasses beteiligt gewesen sein soll. Als Bedingung für die Auslieferung nach Deutschland legte die polnische Justiz aber fest, dass er sich nur wegen Urkundenfälschung und nicht wegen des schwerwiegenderen Delikts der geheimdienstlichen Agententätigkeit verantworten muss. Nach Erkenntnissen der Fahnder soll Brodsky im Frühjahr 2009 einen weiteren mutmaßlichen Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad unterstützt haben, einen deutschen Reisepass beim Einwohnermeldeamt Köln zu beantragen. Mit dem auf den Namen Michael Bodenheimer ausgestellten Pass war einer der mutmaßlichen Mörder in Dubai kurz vor dem Anschlag im Januar ein- und kurz danach wieder ausgereist.
Dubai macht den Mossad für den Mordanschlag auf seinem Territorium verantwortlich, für den die mutmaßlichen Täter Pässe verschiedener europäischer Staaten benutzten. Dies hat diplomatische Verstimmungen zwischen den betroffenen Ländern und Israel ausgelöst. Israelische Politiker hatten nach der Festnahme gefordert, die Auslieferung an Deutschland müsse verhindert werden.
Der im Gaza-Streifen aufgewachsene Hamas-Kommandeur al-Mabhuh spielte nach Angaben aus palästinensischen und israelischen Sicherheitskreisen eine führende Rolle beim Waffenschmuggel aus dem Iran in den Gaza-Streifen.
Erschienen 13. August 2010 bei http://www.reuters.com.
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