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KÄMPFE - ODER KRÄMPFE ?

am 17.11.2005 von http://www.lawblog.de

Mit manchen Kollegen kommt man auf keinen grünen Zweig. Okay, vielleicht war es unhöflich, dass ich darauf hingewiesen habe, es mache wenig Sinn, langatmig den Inhalt der Schriftsätze zu referieren. Die seien nämlich bekannt; außerdem hätte ich nachher noch einen anderen Termin.
Andererseits: Wie kann man auf die Frage des Richters, in welcher Höhe ein Vergleich möglich ist, langatmig über Altbekanntes schwafeln? Entweder sage ich eine Zahl. Oder ich sage keine. Wird ja keiner gezwungen, sich zu einigen.
Außerdem ist es eine fragwürdige Gewohnheit, die andere Seite partout nicht ausreden zu lassen.
Am besten fand ich, wie der Kollege sich langatmig darüber mokierte, unsere Klagebegründung sei eine Zumutung. “Für mich und das Gericht.” Statt die Zahlen im Text aufzuführen, könne man doch zumindest noch eine anschauliche Tabelle erwarten. Im Übrigen entdeckte der Kollege langatmig “Widersprüche, Ungereimtheiten und jede Menge unlogische Argumente”.
Boah, sollte das gesessen haben?

Der Richter zückte jedenfalls sein Diktiergerät und brachte seine Sicht der Dinge zu Protokoll. Kurzfassung:
Die Anspruchsbegründung ist schlüssig und die Einwände des Beklagten überzeugen nicht.
Lustig wurde es, als ich eine Schriftsatzfrist beantragen wollte. Der Kollege hatte nämlich gestern noch sechs langatmige Seiten geschrieben. Doch statt eine Stellungnahmefrist zu gewähren, diktierte der Richter nur ins Protokoll, dass der neue Schriftsatz rein gar nichts enthält. Keinen erheblichen Sachvortrag. Und keine weiterführenden rechtlichen Wertungen. Also sechs Seiten Müll.
Das hat dann aber wirklich gesessen.
Aber nicht genug, …

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