Kirchenaustritt und Sperre beim Arbeitsamt: Doppelt Bestrafen gilt nicht! Oder auch: Warum ich nicht mitmache beim Spiel „Wir sind
Papst!“
© Klaus Hamal / pixelio.de
Nein, ich bin nicht Papst! Und, mit Verlaub, ich war nie Papst und ich werde nie Papst sein! Und nach den Worten des älteren Herrn
mit Wohnsitz in Rom – allerdings mit deutschem Migrationshintergrund – über die Ökumene anlässlich seines Treffens mit hohen
Würdenträgern der evangelischen im Eichsfeld bin ich
noch weniger Papst als jemals zuvor; ich bin sogar ziemlich sauer auf den bayerischen Benedetto – und warum? Nun, der evangelische
Pressedienst (epd) zitiert im Zusammenhang mit diesem Treffen Reformkräfte in der katholischen Kirche, die sich genauso enttäuscht
von dem Besuch ihres „Chefs“ zeigen wie ich:
„Nach Auffassung der katholischen Reformbewegung „Wir sind Kirche“ hat der Papst bei seinem Treffen mit Protestanten in Erfurt die
Ökumene „amtlicherseits begraben“. Es sei für viele Gläubige beider Konfessionen eine Sensation, „dass rein gar nichts geschehen
ist“, sagten der Kirchenvolksbewegung am
Samstag in Freiburg. Nicht einmal ein Wort der Annäherung oder ein Wort der Barmherzigkeit für wiederverheiratete Geschiedene habe es
gegeben.
„Nichts wird sich in der hierarchischen Kirche verändern“, äußerte der katholische Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl, der 2003
als Priester suspendiert worden war. „Etwas Neues haben wir vom Papst bisher nicht gehört,“ sagte der Theologieprofessor und
Papstexperte Hermann Häring. Nüchtern sei festzustellen, dass sich durch den Besuch nichts geändert hat.
Die Kirchenreformer forderten evangelische und katholische Kirche auf, sich zusammenzuschließen. Seit Erfurt sei es „unser Recht und
unsere Pflicht“ nicht mehr auf die Erlaubnis der Kirchenleitung zu hoffen, sondern dem eigenen Gewissen zu folgen und die „eine
Gemeinde Jesu Christi auszurufen, die wir längst sind“, hieß es. Als Beispiel nannten sie die evangelische und katholische
Kirchengemeinde im badischen Bruchsal, die vor kurzem die Kirchenspaltung in einem gemeinsamen Papier für beendet erklärt hatten.
Darin heißt es: „Wir erachten den Willen Jesu Christi, dass alle eins seien, als gewichtiger als alle theologischen und
kirchenpolitischen Überlegungen.“
Katholische Kirchenreformer: Papst hat Ökumene begraben
Ja, er ist ganz schön hartherzig mit seinen protestantischen Mitbrüdern, die eine einige christliche Kirche fordern – oder doch eine
Ökumene auf Augenhöhe. Doch nicht so Benedetto. Und wenn schon der oberste Vordenker auf Erden sich so aufführt, dann ist es
eigentlich zu erwarten, dass seine Kirche genau so hartherzig mit Ungläubigen und Abtrünnigen umgeht – insbesondere dann, wenn diese
in einem Beschäftigungsverhältnis mit ihr stehen.
Dies konnte zB. ein katholischer Chefarzt feststellen, der sich erdreistet hatte, nicht nur seine (auch) katholisch geschlossene
erste Ehe zivilrechtlich zu beenden, sondern …
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