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Kind zur Strafe in Koffer gesperrt: Totschlagsverfahren vor dem Düsseldorfer Landgericht

am 06.05.2006 von strafblog

Ein zweieinhalb Jahre alter japanischer Junge ist im November des vergangenen Jahres qualvoll in einem Hartschalenkoffer erstickt, in den seine 21-jährige Stiefmutter ihn angeblich zur Strafe eingesperrt hatte, weil er am Vortag frech gewesen sei. Gestern begann, wie die RHEINISCHE POST online berichtet, der Totschlagsprozess gegen die junge Frau vor dem Schwurgericht in Düsseldorf. Der Junge sei vermutlich nach 20 bis 40 Minuten an Sauerstoffunterversorgung gestorben, also erstickt, heißt es in der Anklage. Die Stiefmutter habe den Koffer erst nach mehreren Stunden wieder geöffnet. Dann habe sie zunächst ihren damals in China weilenden Ehemann telefonisch unterrichtet, der über eine Informationskette Bekannte in Düsseldorf alarmierte, die dann schließlich einen Notarzt alarmierten, der nur noch den Tod feststellen konnte. Die jetzige Angeklagte sitzt seitdem in Untersuchungshaft, in der sie ein Kind zur Welt brachte, das jetzt bei der Familie des Ehemannes lebt. Der hat seiner Ehefrau inzwischen verziehen, heißt es in dem Bericht. Der Kleine sei ihm im Traum erschienen und habe sich bei ihm entschuldigt, dass er zu seinen Eltern keine Beziehung aufbauen konnte, soll der Mann gesagt haben. Scheinbar hat niemand das Kind gewollt: Die Mutter hatte es an die Großmutter weitergereicht, diese dann an den Vater und dessen neue Ehefrau, die auch nicht damit klar kamen. Bei der Obduktion des Leichnams waren zahlreiche Blutergüsse festgestellt worden, die auf vorangegangene Mißhandlungen schließen ließen. Vermutlich war die Stiefmutter mit dem Kind völlig überfordert.

So traurig kann das Leben sein. Und der Tod.

Autor: RA Rainer Pohlen

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