Killerspiele abschaffen ? Blanker Populismus !
am 23.11.2006 von RA J. Melchior, Wismar
Nun hat also wieder die Stunde der Populisten geschlagen: Seht her, wir tun was! In vorderster Linie die beiden Haudraufs Stoiber und Beckstein; Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) kündigte eine Bundesratsinitiative zum Verbot dieser Computerspiele an.
Und was bitte, liebe Leute, soll dieses Verbot angesichts des weltumspannenden www bringen? Gibt es die Spiele nicht mehr hier, dann werden sie eben von ausländischen Servern geladen.
Wohltuend dagegen die Stellungnahme aus dem anderen politischen Lager:
>>Berlin - Die Diskussion um ein Verbot um Gewaltspielen hat die Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, Monika Griefahn, als populistisch bezeichnet.
Die Vorschläge, so genannte Killerspiele verbieten zu wollen, gehen in die falsche Richtung und bieten keine Lösung des Problems. Das Verhalten des Täters in Emsdetten zeigt es: Die übermäßige Nutzung von Gewaltspielen ist in erster Linie nicht Ursache von Gewalt, sondern Ausdruck von bereits vorhandenen sozialen Problemen, so Griefhahn. Es sei töricht zu glauben, durch ein einseitiges Verbot ließen sich diese Probleme in den Griff bekommen.
Die SPD plädiert nun dafür, die bestehenden Regelungen zum Jugendschutz besser umzusetzen und gleichzeitig wertvolle Computerspiele zu fördern. Laut der SPD-Politikerin beträgt der Anteil von Gewaltspielen derzeit nur fünf Prozent: Solange wir es nicht schaffen, Kindern und Jugendlichen in Familie und Schule Rückhalt und Zukunftsperspektive zu geben, dürfen wir nicht Computerspiele für einzelne Verfehlungen verantwortlich machen.
Eben! Aber Herr Beckstein will ja sogar eine Internetpolizei einrichten: …
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