KG Berlin: Ein „Foto in einem Foto“ stellt eine Urheberrechtsverletzung dar
Das KG Berlin hat in seinem Urteil vom 15.06.2010 (Az. 5 U 35/08) entschieden, dass die Abbildung eines kleinen Fotos in einem
anderen, großen Foto, Urheberrechte verletzen kann. Dies gilt nicht, wenn die Verwendung des kleinen Fotos von der Zitierfreiheit
gem. § 51 UrhG gedeckt ist.
Fall
Die Klägerin verlangte von der Beklagten, einem Zeitungsverlag, die Unterlassung der Verwendung eines kleinen Fotos, das in einem
anderen, großen Foto abgebildet war. Konkret ging es um ein Foto des Schlagersängers Matthias Reim, der bei der Ablichtung ein Foto
der Klägerin in die Kamera hielt. Diesem Begehren gab das erstinstanzliche Urteil des LG Berlin statt. Mit einer Berufung zum KG
Berlin ließ die Beklagte dieses Urteil überprüfen.
Entscheidung
Die Richter waren der Ansicht, dass die Abbildung eines Fotos in einem anderen Foto einen Eingriff in das Recht des Urhebers selbst
darüber zu bestimmen, ob und in welchem Umfang die Abbildung verwertet wird, darstellt. Die Verwendung des kleinen Fotos wäre
allenfalls zulässig, wenn dem Beklagten die Zitierfreiheit gem. § 51 UrhG zugute kommen würde. Auf die Zitierfreiheit konnte sich der
Beklagte aber nicht berufen.
Die Richter dazu:
Selbst wenn – was dem (Einzelrichter) zumindest sehr
zweifelhaft erscheint – das weitergeleitete Foto ein Lichtbildwerk i.S.v. § 2 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 2 UrhG darstellte, käme der Beklagten
die Zitierfreiheit (§ 51 UrhG alter oder neuer Fassung) nicht zugute, da es jedenfalls – wie ebenfalls schon vom zutreffend ausgeführt – an einem hierfür allemal
erforderlichen Zitatzweck (geistige Auseinandersetzung mit dem zitierten Objekt; vgl. Dreier in: Dreier/Schulze, UrhG, 3. Aufl., § 51
Rdn. 3, 4 m. w. N.) fehlt, hier vielm…
» Vollständiger Artikel