KFN legt zweiten Forschungsbericht zur Jugengewalt, Integration und Religiosität vor
criminologia | 16. Juni 2010 — Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) hat dieser Tage den Forschungsbericht zur repräsentativen Schülerb…
Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) hat dieser Tage den Forschungsbericht zur repräsentativen Schülerbefragung zur Gewalterfahrung, Integration und Medienkonsum:
Dirk Baier, Christian Pfeiffer, Susann Rabold, Julia Simonsen und Cathleen Kappes (2010): Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum Zweiter Bericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesministeriums des Innern und des KFN Deutschlandweit repräsentative Schülerbefragung 2007/2008 (KFN Forschungsbericht Nr. 109)
Der vollständige Bericht, wie auch eine Kurzfassung ist auf der Seite des Kriminologischen Forschungsinstituts verfügbar.
Nach dem Forschungsbericht 2009 (hier die entsprechende Meldung auf Criminologia) ist die jetzt vorgelegte Publikation, die zweite Veröffentlichung, die auf den Ergebnissen einer Repräsentativerhebung von knapp 45.000 Schülerinnen und Schülern aus 61 Städten und Landkreisen beruht.In der Dunkelfeldbefragung wurden Kinder der 4. und 9. Jahrgangsstufe aller Schulformen interviewt.
Während der erste Forschungsbericht den Schwerpunkt auf die Gewalterfahrungen Jugendlicher legte, steht der zweite Forschungsbericht im Fokus vier größerer Themenbereiche:
Zusammenhang von Gewalterfahrung und Medienkonsum Integration von Migranten und Gewaltbereitschaft Religion und delinquentes Verhalten Einfluss von (schulischer) GewaltpräventionZunächst einmal ist auffällig, dass in der öffentlichen Debatte Dreiviertel der Inhalte nicht/ kaum rezipiert werden. Stattdessen finden sich zahlreiche Berichte und Äußerungen zum Zusammenhang zwischen der religiösen Zugehörigkeit, dem Maß an Religiosität und dem delinquenten Verhalten. Jedem Erstsemester der Soziologie kommen bei diesen Schlagworten vermutlich sofort Durkheims Suizid-Studie oder aber kriminologische Kontroll- und Bindungstheorien in den Sinn (z.B. Travis Hirschi, 1969, Causes of Delinquency). Sowohl in Durkheims Anomiekonzept als auch bei Hirschis Kontrolltheorie wird Religiosität als ein protektiver Faktor angesehen. Die Institution Kirche bindet den potentiellen Delinquenten an die Glaubens- und Wertegemeinschaft und bietet neben der Schule, dem Elternhaus eine weitere normenkonforme Sozialisationsinstanz – so die Argumentationslinie der Theorien. Hirschis Thesen richten sich damit auch explizit gegen die Theorie der differentiellen Kontakte von Edwin Sutherland. Während Sutherland (delinquenten) jugendlichen Subkulturen einen großen Einfluss auf die Sozialisation Jugendlicher eingesteht, vertritt Hirschi hingegen die Ansicht, dass Jugendliche die Nähe zu delinquenten Subkulturen erst gar nicht suchen würden, so lange die gesellschaftlichen Bindungen an normenkonforme Gruppen und Institutionen nur stark genug wären. Auch wenn diese beiden Autoren natürlich mittlerweile zu den Klassikern der Soziologie avanciert sind und gemeinhin nur noch in …
» Vollständiger ArtikelErschienen 16. Juni 2010 auf http://criminologia.de.
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Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.
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