Keine Schule der Nation
am 16.12.2006 von http://kleinblog.com/
Die Bundeswehr will nicht mehr die Schule der Nation sein. Nicht noch mehr Verantwortung! Generalinspekteur Schniederhahn hat in einem Interview gegenüber der Welt deutlich gemacht, wie man in Zukunft die schlechte Presse bei Verfehlungen in den eigenen Reihen vermeiden möchte: durch Verantwortungsoutsourcing. Schlechtes Material kann nicht zu gutem reifen. Die wohl schönste Art, persönliches Versagen zu demonstrieren.
Wir können nicht Fehler korrigieren, die möglicherweise über viele Jahre gemacht wurden. [Quelle: Die Welt]
Als militärischer Führer ist man mehr als nur Abteilungsleiter. Man bildet Soldaten aus, fachlich und menschlich. Anders ist es gar nicht möglich, eine Vertrauensbasis zu schaffen, die notwendig für den gemeinsamen Einsatz ist. Vielleicht ist die Bundeswehr nicht die Schule der Nation. Aber wenn Soldaten menschlich versagen, hat der (Teil-)Einheitsführer versagt. Das nennt man Führungsverantwortung und Führerqualität (bei den ganzen “Führer”-Flexionen weiß ich jetzt schon, wie meine Referrer diesen Monat aussehen…), unabdingbare Eigenschaften eines guten Vorgesetzten. Gut, im BMVg ist das nicht unbedingt verbreitet, wie man hört. Das mag als Entschuldigung aber nicht reichen. Unzureichend sind auch die Vorschläge, wie in Zukunft solche “Einzelfälle” vermieden werden sollen. Da lacht das Bürokratenherz:
Ich habe daher vorgeschlagen, einen Ausbildungspass zu entwickeln, ähnlich wie ein Schießbuch, in dem bestätigt wird, dass die Pflichtausbildung gemacht wurde. [Quelle: Die Welt]
Also …
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