Keine Kostenerstattung bei verfristeter Berufung

Weist das Berufungsgericht unter Bezugnahme auf § 522 Abs. 1 ZPO auf den verspäteten Eingang der Berufungsbegründung hin und bringt es diesen Hinweis auch dem Berufungsbeklagten zur Kenntnis, hat der Berufungsbeklagte regelmäßig keine Veranlassung, innerhalb der mit dem Hinweis verbundenen Stellungnahmefrist kostenauslösende Maßnahmen zu ergreifen.

Will sagen: Bestellt sich der Rechtsanwalt des Beklagten in dieser Situation noch schnell auch in der Berufungsinstanz und beantragt die Zurückweisung der Berufung, so besteht für die hierfür angefallenen Rechtsanwaltskosten kein Kostenerstattungsanspruch gegen den Kläger.

Früher war dies selbstverständlich. Heute bedarf es zur Vermeidung einer solchen Kostenschneiderei des Bundesgerichtshofs.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 10. November 2009 – VIII ZB 60/09

Diese Beiträge dürften Sie ebenfalls interessieren: Kostenerstattung bei unzulässiger Berufung Kostenerstattung trotz überzogener Abmahnung Kostenerst… » Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Berufung , Kostenerstattung , Batterien , Zivilprozess , Berufungsfrist
Rechtsgebiet: Zivilrecht

Erschienen 14. Dezember 2009 auf http://www.rechtslupe.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Pflichtverteidiger und Wahlverteidiger – und die Kostenerstattung

Rechtslupe | 6. November 2009 — Hat das Gericht über die Zurücknahme der Bestellung des Pflichtverteidigers nicht entschieden, nachdem der Angeklagte einen Ver…

Kostenerstattung bei unzulässiger Berufung

Rechtslupe | 7. August 2009 — Weist das Gericht nach der Einlegung der Berufung, aber vor der Begründung auf seine vermutliche Unzuständigkeit hin und beantr…

Kostenerstattung für Wohnungseigentümer

Rechtslupe | 3. September 2009 — Hat der Verwalter einen Rechtsanwalt beauftragt, die beklagten Wohnungseigentümer in einem Beschlussanfechtungsverfahren zu ver…

Kostenerstattung bei nur zur Fristwahrung eingelegten Rechtsmitteln

Rechtslupe | 9. Oktober 2009 — Auch wenn der Beschwerdeführer die Beschwerde nur zur Fristwahrung erhebt und vor Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist zurückn…

Kostenerstattung trotz überzogener Abmahnung

Rechtslupe | 11. September 2009 — Die von einem Wettbewerbsverband geltend gemachte Kostenpauschale wird auch für eine Abmahnung geschuldet, die nur teilweise be…

Kostenerstattung trotz überzogener Abmahnung

Rechtslupe | 11. September 2009 — Die von einem Wettbewerbsverband geltend gemachte Kostenpauschale wird auch für eine Abmahnung geschuldet, die nur teilweise be…

Anerkenntnis bei unzulässiger Berufung

Rechtslupe | 17. Dezember 2009 — Ist die Berufung unzulässig, weil die Berufungsbegründungsfrist nicht gewahrt ist, so darf im Berufungsverfahren ein Anerkenntn…

Kostenerstattung bei presserechtlichen Abmahnungen

Rechtslupe | 25. August 2010 — Wird ein Rechtsanwalt beauftragt, gegen eine unrichtige Presseberichterstattung vorzugehen, so kann eine Tätigkeit in derselben…

Der schnelle Berufungsbeklagte erhöht das Kostenrisiko

Rechtslupe | 30. August 2010 — Beantragt der Berufungsbeklagte nach Einlegung und Begründung des Rechtsmittels dessen Zurückweisung, sind die dadurch entstehe…

Kostenerstattung bei gleichgelagerten aktienrechtlichen Anfechtungsverfahren

Rechtslupe | 9. Juli 2010 — Erklärt ein Streithelfer seinen Beitritt zu mehreren aktienrechtlichen Anfechtungsverfahren, die denselben Hauptversammlungsbes…