Kein Mandat ohne vorheriges Vergütungsgespräch

Mancher Anwalt drückt sich beim ersten Gespräch mit dem Mandanten gern um die Frage nach der Vergütung herum (ich gebe zu, mir passiert das auch gelegentlich). Grund ist die Angst, das Mandat nicht zu erhalten, wenn die Höhe der Vergütung bekannt gegeben wird oder auch nur, weil man meint, als raffgierig zu erscheinen (was bei manchen Vergütungen eigentlich nicht der Fall ist).

Grundsätzlich muss der Anwalt gemäß § 49 b Abs. 5 BRAO darauf hinweisen, wenn er nach Streitwert abrechnen will. Auf die Höhe des Streitwertes muss er aber nach der Rechtsprechung (eigentlich) nicht hinweisen. Anders stellt es sich nur dann dar, wenn die Höhe der Vergütung das erstrebte Ziel wirtschaftlich sinnlos macht.

Der Anwalt muss die Belehrung nach § 49 b Abs. 5 BRAO nicht dokumentieren. Der Mandant muss beweisen, dass er nicht belehrt worden ist, wobei der Anwalt schon konkret darlegen muss, wann und wie er den Mandanten belehrt hat.

Hat der Anwalt die Belehrung über die Abrechnung nach Streitwert unterlassen, macht er sich aus Verschulden bei Vertragsschluss schadensersatzpflichtig.

Es empfiehlt sich daher auf jeden Fall für den Anwalt – nicht nur wegen der Vorschrift des § 49 b BRAO – die Vergütungsfrage mit dem Mandanten bei Mandatserteilung zu besprechen. Auch wenn das manchem Kollegen unangenehm sein mag, man erspart sich manche Angriffsfläche und erhöht auch die Bereitschaft der Mandanten, die Rechnung zu zahlen. Schlecht ist es auf jeden Fall, wenn der Mandant am Ende des Mandats von einer Rechnung überrasc…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Rvg , Anwaltsalltag , Brao , Kollegen , Anwaltsvergütung

Erschienen 16. Juli 2009 auf http://www.ra-braune.de/Wordpress.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Welche Ziele hat der Mandant?

Recht & Mediation | 2. August 2009 — In der Mediation oder bei Veranstaltungen, in denen wir Mediation vorstellen aber auch sonst fällt immer wieder auf, dass bei …

"Mein Anwalt hat mich nicht richtig belehrt!" BGH: Beweispflichtig ist der Mandant!

Fokus Familienrecht | 29. Juni 2011 — "Wenn Sie mir das rechtzeitig gesagt hätten...!" Dieser Satz markiert häufig den Anfang vom Ende einer guten Mandatsbeziehung. Un…

Honorar Mandat Anwalt: Wenn Mandant den Anwalt hängen läßt…

Red Tape | 22. Juli 2009 — Mandant mit Schulden bemüht einen Anwalt. Ob dieser nicht mal bei den Gläubigern anfragen könnte und erst mal rausbekommt, wiev…

Mein Mandant, der Querulant

Rechtsanwalt News | 23. Juli 2009 — Die Kollegin Rueber berichtet von einem Gespräch mit einem potentiellen Mandanten, in dem dieser die typischen Anzeichen eine…

Zustellungen nach Ende des Mandates: Muss ich Schriftsätze und Verfügungen annehmen und den Empfang quittieren?

Rechthaber | 30. November 2009 — Es passiert nicht oft, aber es kommt vor: Ein Mandant taucht unter und reagiert nicht mehr. Oder er zahlt keinen Vorschuss, s…

Eile mit Weile vor Fristablauf

RA-Blog | 2. Juni 2006 — Frau Ehrlich muss für einen Prozesskostenhilfeantrag Unterlagen beim Gericht einreichen. Das erfährt sie aus einem Brief von An…

Anwalt muss nicht ungefragt auf die gesetzliche Vergütungspflicht hinweisen

beck-blog | 10. Dezember 2008 — Beim Streit mit dem Mandanten über eine anwaltliche Honorarrechnung wird nicht selten die Frage problematisch, ob der Anwalt de…

FAQ Anwaltsgebühren

Weblawg.de | 27. Juni 2006 — "... Ab 1. Juli sollten Mandanten bereits vor Auftragserteilung mit ihrem Anwalt über die Höhe der Gebühren für Beratung und Gutac…

REISEKOSTEN

LawBlog | 10. Januar 2005 — Die Reisekosten eines Rechtsanwaltes sind auch dann erstattungsfähig, wenn er wegen einer mehrstündigen Autobahnsperre erst nac…

Abtretung Anwaltshonorar: Anwalt darf Gebührenforderungen abtreten - ohne den Mandanten zu fragen

LBR-Blog | 16. April 2007 — Der BGH hat eine ewige Streitfrage entschieden: Darf der Rechtsanwalt seine Gebührenforderungen gegen den Mandanten an einen ander…

BRAO - Einzelnorm