Kein Deutsch - keine Werbung

Postwurfsendungen sind etwas nerviges. Nichts als Papiermüll. Andererseits sind wenigstens die Blättchen des nahegelegenen Supermarktes ganz praktisch, weil sie mir sagen, was ich nächste Woche esse. Diese Krux führt dazu, dass man eben keinen “Keine Werbung”-Aufkleber an den Briefkasten pinnt. Hilft im Zweifel eh nur bei Postwurfsendungen.

Apropos Postwurfsendungen: der Briefträger erklärte neulich der älteren Dame vom zweiten Stock, dass sie - wenn sie keine Werbung per Postwurf bekommen möchte - einen entsprechenden Hinweis anbringen müsse. Es reiche weder, dass sie es ihm jetzt gesagt habe, noch wenn die Hausgemeinschaft einen allgemeinen Hinweis an die Eingangstür anbringen würde (wie es z.Zt. der Fall ist).

Stimmt das? Wohl kaum. Kurz gesagt: wenn ich einen Briefkasten aufhänge, teile ich damit mit, dass ich grundsätzlich Post haben will. Sage ich aber, ich will keine Werbesendungen, beschränke ich den “Nutzen” meines Briefkastens entsprechend. Werbung darf nun nicht mehr rein. Und wem sage ich das? Der Post z.B. durch ein kurzes Fax. Oder allen Zustellern durch ein Schildchen oder Aufkleber. Oder meinem Postboten. Denn dann weiss zumindest er, dass ich keine Postwurfsendungen haben will. Das reicht.

Und wie ist das mit der von der Hausgemeinschaft angebrachten Erklärung? Wenn der Hauseingentümer eine solche Erklärung abgibt, weil alle Bewohner das so wollen, ist es kein Problem. Ebensowenig, wenn die Bewohner die Erklärung dulden. Folglich: keine Werbung, wenn nicht ein entgegenstehender Wille.

Wohnt man in einem “In-Viertel” (gekennzeichnet durch viele Straßencafes, in denen viele Künstler sitzen, die darauf hoffen, entdeckt zu werden), interessiert niemanden so ein Schild an der Tür. Aber offenbar auf dem Briefkasten. Da klebt bei mir nämlich ein Hinweis, man möge Zeitschriften nicht knicken (auf Anraten meines Postboten: er hält sich brav dran, aber seine diversen Vertretungen offenbar nicht). Nur: die Zustelller der üblichen Werbezettel von Autozubehör bis Zahngold können entweder gar nicht lesen oder jedenfalls kein Deutsch. Sie sehen das Schildchen und werfen keine Werbung ein. Lustig.

© David Klein. (Digitaler Fingerprint: 1958fb6735d01a9d5405f0b7c320faa0) Social Bookmark setzen
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Themen: Juristisches , Deutsche Post

Erschienen 10. August 2008 auf http://kleinblog.com/.

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