Karpatendorf verklagt Borat
Zwei Bewohner des rumänischen Karpatendorfs Glod verklagen die 20th Century Fox und 15 weitere Parteien, u.a. Produktionsfirmen, Produzenten und Drehbuchschreiber des Films “Borat”, auf insgesamt 30 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Klägervertreter sind Michael Witti aus München und Ed Fagan aus New York.
Den Beklagten wird vorgeworfen, niedrigen Bildungsstand und Gutgläubigkeit der Dorfbewohner ausgenutzt und verschwiegen zu haben, dass diese in einem Spielfilm als “Dummköpfe, Diebe, Vergewaltiger und Rassisten” dargestellt würden.
Die Kläger Spiridon Ciorobea und Nicolae Todorache hätten im Film mitgewirkt, da ihnen erklärt worden sei, es handele sich um einen Dokumentarfilm über die Situation in ihrem Dorf. Die etwa 1800 Bewohner des südkarpatischen Dorfs ohne Wasser- und Kanalisationsanschluss leben in ärmlichen Hütten und verdienen spärlich Geld mit dem Verkauf großer Kieselsteine an Baufirmen und dem Sammeln von Beeren und Pilzen.
Der Prozess sollte heute vor dem Bundesgericht in New York beginnen. Die Hauptvorwürfe sind Diskriminierung einer international geschützten Minderheit (Roma), Irreführung und Betrug. Die Kläger verlangen neben Schadensersatz eine Entschuldigung an alle Dorfbewohner.
Zwischenzeitlich hat sich Nicolae Staicu, Mitglied im Gemeinderat und Vertreter der Roma, der Klage angeschlossen. Er klagt im Namen aller Roma aus Glod wegen Betrugs und Verunglimpfung.
Quellen: ZDF heute WAZ
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Erschienen 4. Dezember 2006 auf http://www.ra-blog.de.
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