Kapitalerhöhung mit Sacheinlagen bei der AG; Einbringung einer Beteiligung an einer ausländischen Personengesellschaft
Das folgende Ersuchen um „Prüfung der Eintragungsfähigkeit“ langte vor einigen Tagen beim Firmenbuchgericht ein: An der R** Holding
AG ist die Gemeinde R** als Alleinaktionärin zu 100 % beteiligt; an der im des Amtsgerichts (D) registrierten Elektrizitätswerke R** GmbH und Co. KG ist die ebenfalls im Handelsregister des
Amtsgerichts Kempten (D) registrierte Elektrizitätswerke R** Verwaltungsgesellschaft m.b.H. als (nicht vermögensbeteiligte)
Komplementärin, die Gemeinde R** als alleinige Kommanditistin beteiligt; an der Elektrizitätswerke R** Verwaltungsgesellschaft m.b.H.
ist die Gemeinde R** ebenfalls als Alleingesellschafterin zu 100 % beteiligt.
Es sei beabsichtigt, bei der R** Holding AG eine Kapitalerhöhung durchzuführen, zu der ausschließlich die Alleinaktionärin Gemeinde
R** zugelassen wird, die darauf 94,9% ihrer Kommanditbeteiligung an der Elektrizitätswerke R** GmbH und Co. KG leistet. Der
einschreitende Rechtsvertreter der R** Holding AG ersucht nunmehr um Mitteilung, (1) ob diese Kapitalerhöhung mit der Einbringung des
ausländischen Vermögens im Firmenbuch eingetragen werden kann und (2) ob bezüglich der Werthaltigkeit der Sacheinlage eine
Sachgründungsprüfung vorzunehmen sei. Nun könnte man sagen, die Antwort auf eine solche Frage kann sich wegen deren Eindeutigkeit
erübrigen; ich gehe trotzdem darauf ein. (1) Als sacheinlagefähige Gegenstände kommen sowohl bei der GmbH als auch bei der AG
Beteiligungen in Frage, und zwar sowohl Beteiligungen an Personen- als auch an Kapitalgesellschaften. Bei Beteiligungen an
Personengesellschaften ist jedoch zu beachten, dass diese in der Regel nur mit einstimmigem Beschluss sämtlicher
Personengesellschafter eingebracht werden können (van Husen/Krejci in Straube, GmbHG § 6 Rz 171; Reich-Rohrwig I Rz 1/276;
Koppensteiner/Rüffler, GmbHG, § 6 Rz 16; Heidinger in Jabornegg/Strasser, AktG, § 20 Rz 16). Es macht unternehmensrechtlich auch
keinen Unterschied, ob es sich dabei um Beteiligungen an inländischen oder ausländischen Personengesellschaften handelt, zumal alle
Varianten einen bilanz- bzw. aktivierungsfähigen Vermögenswert darstellen (vgl. van Husen/Krejci aaO, § 6 Rz 149;
Koppensteiner/Rüffler aaO, § 6 Rz 15). Die steuerliche Behandlung einer derartigen Einbringung ausländischen Vermögens fällt nicht in
die Prüfungsbefugnis des Firmenbuchgerichtes, sodass sich meine Stellungnahme natürlich auf steuerliche…
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