Kafka am Strand

Das war wirklich ein grandioses Leseerlebnis. Eigentlich bin ich ganz zufällig auf Haruki Murakamis Roman "Kafka am Strand" gestoßen, weil mich der Titel in der Flughafenbuchhandlung in Düsseldorf anlachte und ein kurzes Hineinlesen mich zum Kauf animierte. "Ein furioses, modernes Märchen, in dem auch schon mal Sardinen und Blutegel vom Himmel regnen", wird der SPIEGEL auf dem Cover zitiert, aber das stellt sicher nur einen Teilaspekt dieses komplexen, von Ursula Gräfe wunderschön übersetzten Romans dar, der von Liebe und Sehnsucht, von einem obskuren Mord und von einer Reise des 15-jährigen Kafka Tamura zwischen Traum und Wirklichkeit zu sich selbst und zu seinen Wurzeln handelt. Da ist der dumme Herr Nakata, der als Kind auf mysteriöse Weise sein Gedächtnis verlor und zum Analphabeten wurde, dafür aber zwischenzeitlich mit Katzen sprechen kann und einen Mann namens Johnnie Walker, der auch genauso aussieht, tötet, weil der Katzen bei lebendigem Leibe aufschlitzt und deren Herzen verspeist, oder der zwitterhafte und außerordentlich belesene Oshima, der als Bluter jede Verletzung meiden muss und davon träumt, als Soldat am spanischen Bürgerkrieg teilzunehmen, die schöne Saeki-san, die mal als reife Frau, mal als junges Mädchen dem Knaben Kafka den Kopf verdreht und Herr Oshino, ein Kraftfahrer in den Zwanzigern, der von Herrn Nakata fasziniert ist und diesem selbstlos helfen will, seine Bestimmung zu erfüllen. Mehr will ich nicht verraten, aber es lohnt wirklich, dieses süchtig machende Werk zu lesen. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Der Spiegel , Gre , Himmel , Kafka , Kafka AM Strand

Erschienen 2. Juni 2006 auf http://www.strafblog.de.

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