Kachelmann Prozess: Gibt es nur Verlierer?

Beim Lesen der Kommentare und Berichte über den Ausgang des Kachelmann Prozesses habe ich den Eindruck, dass alle Beteiligten nach dem unrühmlichen Ablauf des Verfahrens nun alles tun, um auf Kosten der anderen zumindest ihr Gesicht zu wahren: Die Strafkammer schimpft über die Presse und die respektlosen Verteidiger, der freigesprochene Angeklagte geht via Twitter zum Angriff gegen Teile der Boulevardpresse über, der Verteidiger lästert über die Verteidgungsstrategie seines Vorgängers sowie die angebliche Voreingenommenheit des Gerichtes und Alice Schwarzer schlägt sich weiterhin unter Verdrängung jeglichen Zweifels auf die Seite des Opfers.

Meines Erachtens haben aber alle Beteiligten ihren großen Anteil, dass das gesamte Verfahren zu einem sensationslüsternden Medienspektakel und nicht zu einem Lehrstück der Strafaufklärung geriet. Insbesondere die Verfahrensleitung der Strafkammer war aus der Ferne betrachtet keine Glanzleistung und dürfte viele Auseinandersetzungen erst provoziert haben. Das nunmehrige “Nachkarten” der Strafkammer gegen den (naturgemäß) unbequemen Verteidiger und die Urteilsausführungen zur eventuell doch vorhandenen Schuld des Angeklagten sind meines Erachtens unmöglich. Ein Freispruch bedeutet, dass das Gericht den Angeklagten für unschuldig hält und zu dieser Entscheidung steht. Alleine hierdurch kann ein Urteil Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu gewinnen. Ein “Hü und Hott” weckt hingegen Zweifel an der Aufrichtigkeit und den Beweggründen des Gerichtes.

Es ist für die Öffentlichkeit und die Ermittlungsbehörden sicherlich bedauerlich, d…

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Themen: Schäden , Prozess , Gesetze Und Urteile , Die Presse , Unschuld , Strafkammer , Alice , Kachelmann

Erschienen 1. Juni 2011 auf http://www.rechtsanwalt-news.de.

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