Ein Scherz der Verteidigung
NEBGEN | 10. Februar 2011 — Als das hat sich Alice Schwarzer - heute in BILD - bezeichnet und damit den Antrag der Verteidigung gemeint, sie als Zeugin zu lad…
Alice Schwarzer hat den Freispruch von Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung auch ein halbes Jahr später augenscheinlich noch immer nicht verkraftet. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Anwälte von Herrn Kachelmann erfolgreich gegen Frau Schwarzer wegen unzulässiger Berichterstattung vorgehen und das von ihr geplante Buchprojekt über das Verfahren Kachelmann wohl auch in Rauch aufgelöst wurde.
In einem Eintrag auf Ihrem Blog vom 06.01.2012 stellt sie die bedeutungsschwere Frage „Was steckt dahinter?“ und fabuliert nachfolgend munter von einer Art Medienverschwörung, gesteuert von finsteren Anwälten (Litigation-PR) mit dem (erfolgreichen) Ziel das Gericht durch Mediendruck in seiner Entscheidung zu beeinflussen.
„Diese Meinungsmacher bei Prozessen sind hochhonorierte Kräfte, die mit allen, nicht selten wirklich allen Mitteln versuchen, direkt die öffentliche Meinung – und damit indirekt auch das Gericht – zu beeinflussen, zu Gunsten des Angeklagten.“
Frau Schwarzer ist damit offensichtlich der Meinung, mit ein bisschen Medienrummel könne man das gewünschte Prozessergebnis schon hinbiegen:
„Seinen Beratern gelang es nach dem Anwaltswechsel zu Johann Schwenn innerhalb weniger Monate, aus dem Schmuddelimage eines Mannes mit vielen Doppelleben ein von rachsüchtigen Frauen verfolgtes Unschuldslamm zu machen. Freispruch.“
Mit dieser besonderen Sicht auf den Rechtsstaat muss es sie umso mehr schmerzen, dass ihre eigenen Bemühungen über Medienveröffentlichungen eine Verurteilung zu erreichen gescheitert sind.
„Weite Teile der Medien und die Mannheimer Justiz duckten sich offenbar zunehmend unter dem Diktum dieser führenden Leitmedien. Kaum noch einer wagte, eine andere Haltung zu vertreten. Wer es dennoch tat – wie ich in Bild, um in einem tagesaktuellen Medium mit hoher Auflagen gegenzuhalten –, wurde nicht etwa sachlich widerlegt, sondern mit dem schlichten Argument abqualifiziert: Schwarzer schreibt im falschen Blatt. Nämlich in Bild. Klar, die Zeit war ja schon vergeben.“
Es ist direkt rührend, wie Frau Schwarzer hier versucht ausgerechnet die BILD (Deutschlands auflagenstärkste Zeitung) zur kleinen Stimme der Wahrheit in einer Übermacht kachelmannfreundlicher Zeitungen darzustellen.
Nebenbei erfindet Frau Schwarzer dann noc…
» Vollständiger ArtikelErschienen 31. Januar 2012 auf http://litigationiswar.wordpress.com.
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