Jurastudium - "Mies und kostenlos"?

Ob es nun am Desinteresse der Medien oder dem der meisten Studenten lag - die Proteste gegen die Einführung von Studiengebühren waren eigentlich schon halbtot bevor sie richtig angefangen haben. Der Gnadenstoß wird Ihnen jetzt ausgerechnet vom Spiegel gegeben: Mit einem lesenswerten Artikel über die deutsche Abneigung gegenüber wirtschaftlichen Reformen, der auch Grundgesetz und Jurastudium nicht außen vor lässt. Auch den rüden, unfreundlichen und abweisenden Umgangston in allen Lebenslagen macht den Alemannen so leicht keiner nach. In bundesdeutschen Massenstudiengängen wie Jura oder BWL bekommen die frischgebackenen Erstsemester schon in der Einführungsveranstaltung oft in aller Deutlichkeit gesagt, dass es das Beste wäre, sie würden schleunigst das Weite suchen. Was im Fach Rechtswissenschaften sogar stimmt. Allen Ernstes lässt man die Studenten rund fünf Jahre ihres Lebens in das Jurastudium investieren, um dann im Bundesdurchschnitt eine Durchfallquote von konstant über 30 Prozent auch noch als Qualitätssiegel zu feiern. "Wenn das Examen so schwer ist, dass ein Drittel durchfällt, dann zeigt das doch, wie anspruchsvoll Studium und Prüfung sind," lautet die zynische Logik. (...) Aber anstatt die Einführung von Studiengebühren als Chance zu sehen, (...) soll lieber alles so bleiben, wie es ist: mies, aber kostenlos und erzwingbar - statt gut, bezahlbar und unabhängig. Schade nur, dass der Verfasser keine Ideen hat, wie man denn die deutsche Krise überwinden könnte. So erinnert er etwas an jene Deutschen, die alles, was ihnen nicht passt, erstmal "typisch deutsch" finden, und die Schwarzmalerei auf die Spitze treiben, indem sie über das Jammern jammern. Hier geht's zum Artikel.

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Erschienen 17. Juni 2005 auf http://rechtundwirtschaft.blogspot.com.

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