Jung spricht erstmals von gefallenen Soldaten
Reuters | 24. Oktober 2008 — Zweibrücken (Reuters) - Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat die bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan getöteten So…
Zweibrücken (Reuters) - Mit einer Trauerfeier hat die Bundesregierung die beiden Soldaten geehrt, die bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan getötet wurden.
"Ich verneige mich in Dankbarkeit und Anerkennung vor den Toten, die für unser Land im Einsatz für den Frieden gefallen sind", sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag bei der Zeremonie in der Zweibrücker Alexanderskirche. Den Familien der beiden 22 und 25 Jahre alten Fallschirmjäger, deren Särge mit Deutschlandfahnen bedeckt in der Kirche aufgebahrt waren, sprach der Minister im Namen von Kanzlerin Angela Merkel das Mitgefühl der Bundesregierung aus.
Zugleich betonte Jung die Bedeutung des Einsatzes am Hindukusch. "Entweder bekämpfen wir den Terrorismus in Afghanistan oder der Terrorismus kommt zu uns", warnte er. Nur ein friedliches und stabiles Afghanistan werde verhindern, dass von dort wieder Terror in die Welt getragen werde. Mit ihrem Einsatz schafften die deutschen Soldaten die Voraussetzung für den Wiederaufbau. Die Taliban, die sich zu dem Anschlag auf die Bundeswehr bekannt hatten, bedrohten den Fortschritt jedoch. "Die Ziele der radikalen Taliban sind verachtenswert, ihre Zukunftsperspektiven sind trostlos, und ihre Verleugnung der Menschenrechte ist offenkundig", bekräftigte Jung.
An die Bürger appellierte der Minister, den Soldaten Rückhalt zu geben. Sie verdienten Achtung, Respekt und die breite Unterstützung der Gesellschaft, sagte Jung. Recht und Freiheit dürften nicht nur Theorie sein. "Es braucht Männer und Frauen, die sich mit ihrer ganzen Kraft für die Würde des Menschen, für Frieden, für Freiheit und Recht einsetzen und dafür auch Risiken für sich selbst in Kauf nehmen", erklärte der Minister.
Die beiden 22 und 25 Jahre alten Fallschirmjäger hatten am Montag nahe der Stadt Kundus eine Suchaktion nach Waffenlagern abgesichert, als sich ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad neben ihnen in die Luft sprengte. Bei dem Anschlag wurden auch fünf afghanische Kinder getötet und zwei weitere deutsche Soldaten verletzt.
Die Fallschirmjäger waren mit ihrer Einheit als Verstärkung nach Kundus geschickt worden, weil sich die Sicherheitslage dort in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert hatte. Schon Ende August wurde ein Soldat ihres Bataillons bei Kundus durch eine Sprengfalle getötet. Seit Beginn des Einsatzes Anfang 2002 sind 30 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Der Bundestag verlängerte vergangene Woche den Afghanistan-Einsatz und erhöhte die Mandatsobergrenze um 1000 auf 4500 Soldaten.
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