A400M-Abnehmerstaaten lehnen weitere Zugeständnisse ab
Reuters | 19. Februar 2010 — Berlin (Reuters) - Im Kostenstreit über den Militärtransporter A400M lehnen die sieben Abnehmerstaaten weitere Zugeständnisse a…
Berlin (Reuters) - Bei den Verhandlungen über den Kauf weiterer Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter rechnet Verteidigungsminister Franz Josef Jung sehr bald mit einer Einigung.
Er erwarte schon in den kommenden Tagen eine Verständigung über die Abnahme des ersten Teils des dritten Lieferabschnitts, sagte Jung am Dienstagabend in Berlin. In Deutschland müsse dem Kauf dann allerdings noch der Bundestag zustimmen. Die Abnehmerstaaten Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien verhandeln derzeit mit dem krisengeschüttelten Rüstungskonzern EADS über die Beauftragung der dritten und letzten Lieferung des Kampfjets.
Nach früheren Angaben wollen die Staaten voraussichtlich zunächst nur rund 45 Prozent der ursprünglich geplanten dritten Tranche abnehmen, dies wären 107 von insgesamt 236 Kampfjets der letzten Lieferung. Außerdem hatten die Abnehmerstaaten EADS Mitte März aufgefordert, die Kosten für die neue Lieferung deutlich zu senken.
Von den 236 Flugzeugen der dritten Lieferung sind 68 für Deutschland vorgesehen. Mit allen drei Lieferungen kommt die Bundeswehr auf insgesamt 180 Eurofighter. Während die Bundesregierung an dieser Zahl festhält, hatten Großbritannien und Italien zuletzt wegen Finanzproblemen die komplette Abnahme ihrer Jets infrage gestellt.
Im Streit über das lange verzögerte Militärtransportflugzeug A400M forderte Jung erneut Klarheit über den Zeitplan des Rüstungskonzerns EADS und die Fähigkeiten der dringend benötigten Propellermaschinen. Die Abnehmerstaaten hätten ein Kündigungsrecht und ihre Entscheidung sei offen, sagte Jung. Alle seien sich einig, dass ein Ausstieg aus dem Projekt eine realistische Möglichkeit darstelle. Es gebe durchaus Alternativen zum A400M, etwa von Antonov oder die C-17 Globemaster vom US-Hersteller Boeing.
Der A400M ist nach Einschätzung von Experten inzwischen vier bis fünf Jahre verspätet. Die Abnehmerstaaten hatten EADS zuletzt einen Aufschub von drei Monaten gewährt, ehe über einen Ausstieg aus dem Projekt entschieden werden kann. Frankreich und Großbritannien denken inzwischen über Alternativen nach, um den Lieferverzug zu überbrücken.
EADS dagegen würde die Vertragsbedingungen gern ändern und hat bereits mehrfach mit einem Scheitern des 20-Milliarden-Euro-Projekts gedroht. Dann allerdings müsste der Konzern den Abnehmerstaaten mehr als fünf Milliarden Euro Anzahlungen zurückerstatten. Neun Staaten haben insgesamt 192 Maschinen bestellt. Deutschland ist mit 60 Transportflugzeugen der größte Abnehmer. Bei der Bundeswehr soll der A400M die 40 Jahre alten Transalls ersetzen.
Erschienen 1. April 2009 bei http://www.reuters.com.
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