Jung bei Trauerfeier - Soldaten müssen für Afghanistan kämpfen
Zweibrücken (Reuters) - Mit einer Trauerfeier in Zweibrücken haben Soldaten und Angehörige Abschied von dem in Afghanistan getöteten Fallschirmjäger genommen.
"Er ist ums Leben gekommen, weil er sich aktiv für eine bessere, eine friedlichere Zukunft in Afghanistan und damit auch für die Sicherheit unseres Landes eingesetzt hat", sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Montag in der Heilig-Kreuz-Kirche. Den Angehörigen des 29-Jährigen sprach er im Namen der Bundesregierung sein tiefes Mitgefühl aus.
Der Sarg war mit einer Deutschlandfahne bedeckt am Altar aufgebahrt, auf dem Kopfende ruhte ein Helm. Daneben stand ein großes Porträt des 29-Jährigen. Auch zwei bei dem Anschlag am Mittwoch verletzte Soldaten nahmen an der Trauerfeier teil. Ein weiteres Mitglied der Patrouille liegt noch verletzt im Krankenhaus.
Deutschland werde trotz der verschärften Sicherheitslage auch im Norden Afghanistans an dem Einsatz festhalten, bekräftigte Jung. Die deutschen Soldaten müssten allerdings auch kämpfen, um ein sicheres Umfeld zu schaffen, damit der Wiederaufbau des Landes gelingen könne.
Die Patrouille des Hauptfeldwebels war nach der Durchquerung eines Flusses in eine Sprengfalle gefahren. In der Region Kundus, die als Rückzugsgebiet der radikal-islamischen Taliban gilt, ist die Bundeswehr immer wieder Ziel von Angriffen. Erst Anfang August wurden dort bei einem Attentat zwei Soldaten schwer und ein weiterer leichter verletzt. Zwei von ihnen liegen noch im Krankenhaus. Weitere Anschläge ereigneten sich am Sonntag und Montag in der Region, ohne dass es Verletzte gab.
Die Aufständischen versuchen mit ihren Attacken auch die Stimmung in Deutschland zu beeinflussen, wo der Bundestag im Oktober über die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes entscheidet. Für weitere Debatten sorgte ein Zwischenfall am Tag nach dem tödlichen Anschlag: Vermutlich durch Schüsse deutscher Soldaten starben an einem Kontrollpunkt nahe Kundus eine Frau und zwei Kinder.
Quelle: Reuters (1. September 2008)
Themen: Soldaten , Afghanistan , Franz Josef Jung , Trauerfeier Soldaten
Erschienen 1. September 2008 bei http://www.reuters.com.
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