Kommentar: Jörg Tauss in der Presse - Primitiver geht es immer (Update)
Datenschutzbeauftragter Online | 7. März 2009 — Es geht weiter - nach meinem Beitrag von gestern zum Thema, muss ich heute noch einmal nachlegen. Andreas Herholz schreibt he…
Nachdem gestern bekannt wurde, dass die Büros des Abgeordneten Jörg Tauss wegen des “Verdachts auf Kinderpornographie” durchsucht wurden, ist eine zunehmende mediale Hetze zu beobachten, die äusserst subtil arbeitet.
Exemplarisch zitiere ich aus der Aachener Zeitung, Seite 2:
Zuletzt war Tauss durch Äusserungen zu Kinderpornographie aufgefallen. Scharf hatte er die Pläne von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zur Sperrung des Zugangs von Kinderporno-Seiten im Netz kritisiert und vor “Zensurverhältnissen ähnlich wie in China” gewarnt. Äußerungen über die sich so mancher Abgeordnete gewundert hatte.
Drei Sätze, drei fehlerhafte Informationen. Ich analysiere kurz:
Tauss war nicht durch Äußerungen zu KiPo aufgefallen, sondern er hat sich zum Thema Netzsperren geäußert. Er hat sich nicht gegen “die Sperrung von KiPo” eingesetzt, sondern gegen Netzsperren im Allgemeinen, die nicht funktionieren. Er war dabei einer von vielen Abgeordneten & Kritikern und ist dadurch - jedenfalls denen die das Thema seit langem begleiten - auch nicht besonders aufgefallen. Anders als der Artikel suggeriert, der andeutet, Tauss wäre der Meinung, KiPo sollte frei zugänglich sein, was mit der Realität nichts zu tun hat. Er hat die Pläne von von der Leyen kritisiert, so wie viele andere. Der Vergleich mit China ist dabei nicht seine Erfindung, sondern eine Aussage des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, also keine Einzelaktion. Insbesondere vor dem Hintergrund weiterer Gutachten mit ähnlichen Statements. Verwundert hat das nicht “so manchen Abgeordneten” sondern vor allem Fr. von der Leyen. Zur Erinnerung: Das ist die Ministerien, deren Arbeitsgruppe zum Thema kürzlich aufgelöst wurde, weil die zahlreichen Kritiker in der Sache nunmal Recht haben.Netzpolitik geht ebenfalls kurz auf das Thema ein (ebenfalls FeFe und RA Stadler), dazu von mir eine Warnung: Gerade weil Tauss ein Profi ist, wird er bei einem solchen Verdacht der in der breiten Öffentlichkeit steht, jetzt keine vorschnellen Aussagen treffen. Auch die Blogosphäre sollte vorsichtig sein und sich nicht zu schnellen Analysen und Statements hinreißen lassen: Wir wissen nun mal nichts.
Es ist schl…
» Vollständiger ArtikelErschienen 6. März 2009 auf http://www.datenschutzbeauftragter-online.de.
Datenschutzbeauftragter Online | 7. März 2009 — Es geht weiter - nach meinem Beitrag von gestern zum Thema, muss ich heute noch einmal nachlegen. Andreas Herholz schreibt he…
Internet-Law | 6. März 2009 — Die Nachricht, dass gegen den Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ein Ermittlungsverfahren wegen Besitz kinderpornografischer Schrif…
LawBlog | 5. März 2009 — Gegen den SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss wird wegen des Verdachts des Besitzes oder der Verbreitung von Kinderpornogra…
LEGALIT.de | 6. März 2009 — ef-online greift heute die aktuellen Ereignisse um den SPD-Politiker Jörg Tauss auf. Und macht zu Recht darauf aufmerksam, …
mepHisto-bLAWg | 6. März 2009 — ef-online greift heute die aktuellen Ereignisse um den SPD-Politiker Jörg Tauss auf. Und macht zu Recht darauf aufmerksam,…
Reuters | 20. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Aus Protest gegen das von der SPD mitgetragene Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet hat der…
Reuters | 6. März 2009 — Berlin (Reuters) - Der Kinderpornografie-Verdacht gegen den SPD-Politiker Jörg Tauss hat sich nach Darstellung der Staatsanwalt…
Internet-Law | 5. März 2009 — Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss wege…
Internet-Law | 24. März 2009 — Jörg Tauss wurde von der Staatsanwalt stundenlang vernommen.Über das Ergebnis der Beschuldigtenvernehmung wurde nur soviel bekannt…
Internet-Law | 21. Juli 2009 — Die im Fall des Bundestagsabeordenten Jörg Tauss, dem der Besitz kinderpornoprafischer Schriften vorgeworfen wird, ermittelnde Sta…
Mehrere Gutachten, die in einer geplanten Anhörung des Bundestags diskutiert werden sollen, warnen vor rechtlichen Problemen bei den geplanten Sperren für Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten.
Der SPD-Abgeordnete Jörg Tauss ist von seinen Posten in der Bundestagsfraktion und als baden-württembergischer Generalsekretär der Partei zurückgetreten. Sein Bundestagsmandat will er behalten - und den Vorwurf der Kinderpornografie weist er weiter zurück.
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat ein Ermittlungsverfahren gegen den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion eingeleitet. Es gebe einen Anfangsverdacht, dass "strafrechtlich relevantes Bildmaterial vorhanden sein könnte".
Techniker aller am Vorhaben zu Websperren beteiligten Parteien verwehren sich gegen den Vorwurf, ein unpraktikables System zu konstruieren. Die Politik greife mit ihren Vorstellungen ungeachtet der Technik ein. Auch juristische Aspekte sind umstritten.
Ilse Falk, in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter anderem für Familie zuständig, meint, wer die Forderungen nach Internetsperrungen als "Missbrauch des Missbrauchs von Kindern" bezeichne, handele verantwortungslos.
Das Bundesfamilienministerium will eine rasche Befassung des Bundeskabinetts mit der geforderten Vereinbarung zu Web-Blockaden gegen Kinderpornographie herbeiführen, einen Gesetzesentwurf aber weiterhin vorerst nicht präsentieren.