Jetzt eine Nachzahlung von der Versicherung sichern – Teil I
Zahlreiche Inhaber von Kapitallebens- oder privaten Rentenversicherungsverträgen, sowie Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr,
die nach 1994 geschlossen wurden, haben nach der Kündigung oder Beitragsfreistellung des Vertrages weiterhin einen Anspruch auf eine
Nachzahlung. Hiervon sind ca. 10 bis 15 Millionen geschlossene Verträge betroffen, welche unwirksame Klauseln zur Ermittlung des
Rückkaufswertes enthalten.
Die von den Versicherungen verwendeten Bedingungen führten bei frühzeitiger Kündigung oder Beitragsfreistellung dazu, dass
Versicherte nichts oder wenig von ihren Beiträgen zurück erhielten.
Der IV. des Bundesgerichtshofes hat bereits mit zwei
Urteilen vom 9. Mai 2001 (AZ: IV ZR 138/99 und IV ZR 121/00) über die Wirksamkeit von Allgemeinen Versicherungsbedingungen der
gemischten (kapitalbildenden) entschieden. Diese beiden höchstrichterlichen Urteile betreffen die Lebensversicherung (AZ: IV ZR 138/99 – NJW 2001, 2012) und die
Nürnberger Lebensversicherung (AZ: IV ZR 121/00 – NJW 2001, 2014). Nach diesen beiden Urteilen des BGH waren die Klauseln über die
Verrechnung der und
über die Kündigung bzw. Beitragsfreistellung instransparent und damit unwirksam. Hierin bestehe nach Ansicht des BGH eine
Benachteiligung des Versicherungsnehmers, da sich der Versicherungsnehmer nicht ausreichend über die wirtschaftlichen Nachteile einer
Kündigung des Versicherungsvertrages oder einer Beitragsfreistellung informieren könne. Zwar hätte der Versicherungsnehmer einer ihm
zur Verfügung gestellten Tabelle mit Schwierigkeiten entnehmen können, dass er z.B. bei einer Kündigung in den ersten beiden Jahren
nichts hätte ausgezahlt bekommen, seine Beiträge also in vollem Umfang verloren wären. Dies genügt aber nach Ansicht des BGH den
Anforderungen nicht, die an die Klarheit Allgemeiner Versicherungsbedingungen zu stellen sind.
Dieselben Erwägungen gelten bei der Beurteilung einer Klausel, die sich mit der Frage befasst, wie die Kosten für den Abschluss des
Vertrages, z.B. auch eine etwaige Provision des Agenten, erhoben und ausgeglichen werden. Auch diese Klausel hat der
Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt, weil der Versicherungsnehmer die ihn treffenden wirtschaftlichen Nachteile nicht hinreichend
erkennen könne.
In diesem Zusammenhang wird durch Versicherungen regelmäßig der Begriff der in Ansatz gebracht. Bei den sog. gezillmerten Verträgen werden die Abschlusskosten dadurch
gedeckt, dass aus den Prämien der ersten ca. 12 – 24 Monate keine positiven Deckungsrückstellungen gebildet werden, sondern die
Prämienzahlungen zunächst einmal hauptsächlich zur Deckung der anfänglichen Abschlusskosten verwendet werden. In der Praxis bedeutet
dies, dass in den ersten Jahren oft bei Kündigung einer Kapitallebensversicherung nur ein gegenüber d…
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