Je später der Abend, desto erfreulicher die Anrufe

Gegen 23 Uhr gestern Abend klingelte mein Handy mitten während einer Grillparty. Am Telefon war ein Mandant, von dem ich seit mehr als 2 Monaten trotz mehrfacher Kontaktbemühungen meinerseits nichts mehr gehört oder gesehen hatte. Den vereinbarten Honorarvorschuss hat er auch nicht gezahlt. Die Akten, deutlich mehr als 1.000 Seiten, habe ich ob dieses Verhaltens unbearbeitet an das Gericht zurückgeleitet. Er wolle sich nach dem Stand der Sache erkundigen, meinte der gute Mann. Sonntagsabends um 23 Uhr? Ja nun, er sei halt weggewesen und jetzt wieder da und da sei es doch normal, dass er wissen wolle, was los ist. Na klar! Aber vielleicht sei es ja auch normal, dass ich zur dieser Zeit nicht ohne Not gestört werden wolle, zumal es ja in Anbetracht des Zeitablaufs nicht ganz so dringlich sein könne, warf ich zaghaft ein. Ja aber .... Rufen Sie morgen im Büro an und vereinbaren Sie einen Termin, zu dem Sie dann bitte auch den vereinbarten Vorschuss mitbringen, habe ich noch in leidlich freundlichem Ton gesagt und dann aufgelegt. Danach bin ich nicht mehr ans Telefon gegangen, obwohl die Nummer noch mehrmals im Display aufleuchtete. Obwohl ich normalerweise gegenüber meinen Mandanten ganz höflich und hilfsbereit bin ... Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Erschienen 17. Juli 2006 auf http://www.strafblog.de.

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