Jahressonderzahlung nach § 20 TV-L
Rechtslupe | 16. März 2012 — Die Höhe der Jahressonderzahlung nach § 20 TV-L bemisst sich ausschließlich nach dem am Stichtag 1. Dezember bestehenden Arbe…
Wird ein Arbeitnehmer rückwirkend höhergruppiert und wird für die Referenzmonate nachträglich weiteres Entgelt gezahlt, so fließt dieses Entgelt in die Berechnung der Jahressonderzahlung mit ein.
In einem jetzt vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall streiten die Parteien über die Höhe der Jahressonderzahlung für 2008. Die Klägerin ist seit 1984 für die Beklagte tätig. Auf das Arbeitsverhältnis findet der TVöD Anwendung. Mit Schreiben vom 20. Mai 2009 teilte die Beklagte der Klägerin mit, sie erfülle mit Wirkung ab 22. April 2008 die tariflichen Voraussetzungen für den Bewährungsaufstieg in eine höhere Vergütungsgruppe, und setzte das sich gem. § 8 Abs. 2 und 3 TVÜ-Bund ergebende Vergleichsentgelt ab diesem Tag neu fest. Die Beklagte zahlte die monatlichen Differenzbeträge nach, eine Neuberechnung der Jahressonderzahlung 2008 erfolgte nicht.
Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts hat die Klägerin aus § 20 Abs. 2 Satz 1 TVöD Anspruch auf den geltend gemachten Differenzbetrag zur geleisteten Jahressonderzahlung für das Jahr 2008. Grundlage der Berechnung der Jahressonderzuwendung ist das „für“ die Referenzmonate durchschnittlich gezahlte monatliche Entgelt und nicht das unmittelbar „in“ den Referenzmonaten gezahlte Entgelt. „Für“ die Referenzmonate geleistete Nachzahlungen sind bei der Bemessung der Jahressonderzahlung zu berücksichtigen. Dies ergibt die Auslegung der Norm.
Der Wortlaut, von dem bei der Tarifauslegung vorrangig auszugehen ist führt zu keinem eindeutigen Auslegungsergebnis. § 20 Abs. 2 TVöD stellt ab auf das „in den Kalendermonaten Juli, August und September durchschnittlich gezahlte monatliche Entgelt“. Dies deutet darauf hin, dass Bemessungsgrundlage der Jahressonderzahlung tatsächlich geleistete Zahlungen sein sollen. Bei einem engen Verständnis des Wortlauts kann darin auch eine Beschränkung auf den bloßen Zahlvorgang „in“ den Referenzmonaten gesehen werden. Näherliegend ist aber, dass es auf das „für“ die Referenzmonate tatsächlich gezahlte Entgelt ankommen soll. Bei einem solchen Tarifverständnis fließen für die Referenzmonate geleistete Nachzahlungen in die Berechnung mit ein.
Der tarifliche Gesamtzusammenhang ist weitgehend unergiebig, im Zweifel gebührt aber derjenigen Tarifauslegung der Vorzug, die zu einer vernünftigen, sachgerechten, zweckorientierten und praktisch brauchbaren Regelung führt. Es ist nicht anzunehmen, dass die Tarifvertragsparteien die Bemessung der Jahressonderzahlung trotz denkbarer Irrtümer bei der Zahlung oder möglicher Verzögerungen bei der Abwicklung der Zahlung ausschlie…
» Vollständiger ArtikelErschienen 30. Dezember 2011 auf http://www.rechtslupe.de.
Rechtslupe | 16. März 2012 — Die Höhe der Jahressonderzahlung nach § 20 TV-L bemisst sich ausschließlich nach dem am Stichtag 1. Dezember bestehenden Arbe…
Anwalt bloggt | 23. Dezember 2009 — Die für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes zugrunde zu legenden sogenannten pauschalierten Nettoentgelte werden zum 1. Janua…
LAW OBSERVER | 30. September 2009 — Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 11.04.2008 – 9 Sa 115/08 entschieden, dass der Arbeitgeber aufgrund ei…
Rechtblog | 21. August 2009 — Die Finanzbehörden interessieren sich brennend für die Frage: Sind Minijobber tatsächlich 400-Euro-Kräfte – oder könnte man dar…
JuracityBlog | 6. Juni 2007 — bestätigte das Bundesarbeitsgericht in einem jetzt im Volltext liegenden Urteil und sprach dem Kläger, dem Projektleiter eines …
Reuters | 2. November 2009 — Berlin (Reuters) - Trotz Krise fällt das tarifliche Weihnachtsgeld dieses Jahr in vielen Branchen höher aus als 2008. "Das Pl…
JuracityBlog | 13. Februar 2007 — so das Bundesarbeitsgericht in einer heute verkündeten Entscheidung. Zwar verliere der Arbeitnehmer bei der Teilnahme an einem …
Handakte WebLAWg | 2. November 2005 — Im November steht in vielen Betrieben und Verwaltungen die Auszahlung der Jahressonderzahlung (”Weihnachtsgeld”) an. Ein sicher…
Rechtslupe | 11. Oktober 2011 — Die Zulage für die Flugzeiten eines Linienpiloten ist untrennbar mit der Erfüllung seiner Aufgabe verbunden und muss deshalb in…
JuracityBlog | 19. März 2009 — Das Bundesarbeitsgericht entschied am 18.03.2009 - Aktenzeichen 4 AZR 64/08, dass in einem Tarifvertrag spezielle nur Gewerks…