Ja Leut, laßt's d'Leut 'naus!

Ich fahre gern mit Bussen und Bahnen. Hier im Rhein-Neckar-Dreieck profitiert man damit von einem gut ausgebauten und einigermaßen zuverlässigen (sieht man mal von den 30 Minuten Verspätung der OEG gestern früh ab...) öffentlichen Nahverkehr. Das spart Zeit, Nerven und Geld bei der Parkplatzsuche und schont die Umwelt. Und es würde noch viel mehr Spaß machen, wären da nicht zwei Marotten aus der Kategorie “alt, aber unausrottbar”, die immer wieder auftauchen. Ich meine, es ist ja rücksichtsvoll und sehr löblich, wenn man vor der Tür ein wenig Platz läßt, damit die Leute, die aussteigen wollen, auch tatsächlich aus dem Wagen kommen können. Weniger vorteilhaft ist es aber, wenn sich dafür die ganzen Leute, die einsteigen wollen, in einem geschlossenen Halbkreis vor die Tür stellen, sodaß man nach einem Schritt bereits nicht mehr weiterkommt und sich durch diesen Kordon hindurchquetschen muß. Doch auch dann, wenn weniger Leute einsteigen möchten, findet sich nicht selten jemand, dem es gelingt, den Betrieb zuverlässig lahmzulegen. Das geht ganz einfach: Man bleibe nach dem Aussteigen erst einmal direkt vor der Tür stehen und orientiere sich mit einem Kuhblick zunächst gemütlich, wohin man eigentlich möchte, bevor man dann - vielleicht - weitergeht. Darf auch gerne etwas länger sein. Bevorzugt tritt dieses Verhalten bei adipösen Damen mittleren Alters auf, die zudem noch mit allerlei Einkaufstaschen bewaffnet sind, womit sie auch mögliche Lücken versperren, an denen vorbei man dann doch noch aus dem Wagen huschen könnte.

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Themen: Oeg

Erschienen 1. Dezember 2006 auf http://www.sartorienfelder.de.

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