Verstößt "tell-a-friend" Werbung gegen das UWG?
Dr. Bücker Newsfeed | 10. Juni 2008 — 1. Liegt bei einer E-Mail-Werbung über die sogenannte "tell-a-friend" Funktion eine unzumutbare Belästigung im Sinne des § 7 Abs. …
Die IT-Recht Kanzlei möchte aus aktuellem Anlass darauf aufmerksam machen, dass es mittlerweile ein erhöhtes Abmahnrisiko darstellt, sich der sog. Mailingpoint-Funktion, wie etwa "Produkte weiterempfehlen" oder „Newsletter weiterempfehlen“ zu bedienen. Hintergrund
Die E-Mail Werbung hat für Gewerbetreibende den großen Vorteil, dass mit äußerst geringem Kostenaufwand, computergesteuert und daher zuverlässig Werbebotschaften (z.B. Produktempfehlungen) an eine Vielzahl von Empfängern übermittelt werden können. Nur, dieser Art der Werbung mit elektronischer Post wurde mittlerweile durch den Gesetzgeber ein recht eng sitzendes Rechtskorsett verpasst. Da dies noch nicht zu jedem durchgedrungen ist, werden zurzeit insbesondere viele Online-Händler abgemahnt, die immer noch viel zu leichtfertig mit dem Werbemedium „E-Mail“ umgehen – also massenhaft unerwünschte Werbemails verschicken… Aufgrund des hohen finanziellen Abmahnrisikos - die Streitwerte bewegen sich hier in der Regel zwischen 500 und 5000 Euro - ist in den letzten Jahren eine neue Form der E-Mailwerbung recht populär geworden --> die Produktweiterempfehlung via E-Mail, auch „tell a friend – oder „Mailingpointfunktion“ genannt. Der Clou hierbei: Statt selber (abmahngefährdete) E-Mails zu verschicken, überlässt man dies doch einfach den eigenen Kunden bzw. Websitebesuchern. Die Funktionsweise der Produktweiterempfehlung via E-Mail hat man sich dabei in etwa wie folgt vorzustellen:
Schritt 1: Ein Internetsurfer bzw. Kaufinteressent gelangt über den Shop des Onlinehändlers auf eine Internetseite, auf der wiederum ein ganz bestimmtes Produkt präsentiert ist. Schritt 2: Über den Button „Produkt weiterempfehlen“ wird es dem Interessierten sodann seitens des Händlers ermöglicht, dieses Produkt einer bestimmten Person via E-Mail weiterzuempfehlen. Klickt der Interessent sodann auf „abschicken", dann erhält diejenige Person, deren E-Mail-Adresse der Interessent eingetragen hat, die Produktbeschreibung via E-Mail. Der Witz an der Geschichte Es ist also nicht etwa der Händler, der Werbemails verschickt. Vielmehr bedient er sich hierzu der eigenen Kunden bzw. Besucher seiner gewerblichen Internetpräsenz. Nur, kann sich der Händler wirklich so leicht aus der Verantwortung drücken – etwa mit dem Argument, dass ja gar nicht er der unmittelbare Absender der Werbe-E-Mail sei, sondern vielmehr hierbei ein (meist anonymer) Dritter zwischengeschaltet sei? Was sagt die Rechtsprechung? 1. Das Landgericht Frankfurt am Main (Urteil vom 05.11.2004, Az: 3/12 O 106/04) ließ diese Argumentation jedenfalls im Prinzip gelten und kam zu dem Schluss, dass Händler zumindest dann nicht zur Verantwortung gezogen werden könnten, wenn der Internet-Nutzer nicht völlig wahllos bzw. willkürlich von der Weiterempfehlungsfunktion Gebrauch machen würde. 2. Das OLG München (Az. 8 U 4223/03, Urteil v. 12.02.2004) hat festgestellt, dass ein Händler bzw. Betreiber der oben beschriebenen „E-Mailweiterempf… » Vollständiger ArtikelDr. Bücker Newsfeed | 10. Juni 2008 — 1. Liegt bei einer E-Mail-Werbung über die sogenannte "tell-a-friend" Funktion eine unzumutbare Belästigung im Sinne des § 7 Abs. …
domainundrecht.de | 23. März 2006 — JurPC: OLG Nürnberg, Urteil vom 25.10.2005 (Az.: 3 U 1084/05) “Bietet ein Versandhandelshaus auf seiner Internetseite einem Dritte…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 27. Oktober 2009 — LG Berlin, Urteil vom 18.08.2009, Az. 15 S 8/09 §§ 823, 1004 BGB; §§ 1, 2 GG Das LG Berlin hatte sich - wie bereits das OLG…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 9. Februar 2009 — OLG Nürnberg, Urteil vom 25.10.2005, Az. 3 U 1084/05 § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG, § 7 Nr.1 u. 2 TDG Das OLG Nürnberg hatte sich in…
WK LEGAL Online Blog | 26. April 2011 — Nachdem vor ca. 1 Jahr der Like-Button von Facebook eingeführt wurde, bringt Facebook mit dem “Send”-Button nun eine Erweiterun…
Handakte WebLAWg | 29. Januar 2007 — Bei der Beurteilung der unverlangten Werbung per E-Mail (Spam) kann nicht die einzelne E-Mail, die der Betroffene von den Wer…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 28. August 2009 — 1. Bereits die einmalige unverlangte Zusendung einer E-Mail mit Werbung kann einen rechtswidrigen Eingriff in das Recht am eingeri…
kielanwalt.de | 15. Juli 2004 — [Veröffentlicht bei “anwalt4you” - Juli 2004 und “Rechtpraktisch” - August 2004] Jan A. Strunk Die Zusendung einer unverlan…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 15. Oktober 2007 — 1. Bei der Zusendung von E-Mails handelt es sich nach der Definition in Art. 2 Satz 2 lit. h der Datenschutzrichtlinie für elektro…
BLOG | MEIN-RECHT-IM-NETZ.DE | 18. April 2008 — Laut einer Pressemitteilung des BGH steht im nächsten Monat eine interessante Entscheidung in Bezug auf die Zulässigkeit einer E…