Israelische Botschafter nach Attentat einbestellt

Berlin (Reuters) - Mehrere europäische Regierungen verlangen von Israel Aufklärung über die Verwendung von Pässen ihrer Staatsbürger bei einem mutmaßlichen Attentat auf einen Hamas-Befehlshaber in Dubai.

In Berlin sprach am Donnerstag der deutsche Nahostbeauftragte Andreas Michaelis mit dem Gesandten der israelischen Botschaft. Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, es sei dringend geboten, die Umstände des Todes von Mahmud al-Mabhuh aufzuklären. Großbritannien, Frankreich und Irland bestellten die israelischen Botschafter ein. In Dubai forderte der dortige Polizeichef einen Haftbefehl von Interpol gegen den Leiter des israelischen Geheimdienstes Mossad, Meir Dagan, sollten israelische Agenten hinter dem Mord stecken.

In London verlangte der oberste Beamte des Außenministeriums, Peter Ricketts, vom israelischen Botschafter Erläuterungen, warum Angaben aus den Pässen mehrerer in Israel lebender britischer Staatsbürger von den mutmaßlichen Attentätern verwendet worden seien. Auch in Paris forderte das Außenministerium Aufklärung über die Verwendung eines offensichtlich gefälschten französischen Ausweises. Irland wollte vom Botschafter wissen, wieso Angaben aus den Pässen dreier seiner Bürger verwendet wurden.

RÜCKTRITT VON MOSSAD-CHEF WIRD AUSGESCHLOSSEN

In Israel sagte ein Vertrauter Dagans, wegen der Nutzung von Daten aus den Pässen europäischer Einwanderern könnte der Mossad-Chef unter Druck geraten. "Das könnte die Dinge für Dagan erschweren, obwohl die juristischen Konsequenzen hier noch nicht ganz geklärt sind", sagte ein enger Vertrauter von Dagan der Nachrichtenagentur Reuters. Einen Rücktritt des Mossad-Chefs schloss der Informant aus.

Die mutmaßlichen Mörder sind nach Angaben der Ermittler in Dubai mit europäischen Pässe eingereist. Darunter war auch ein deutscher Pass. Zudem sollen die Personaldaten von Einwanderern aus Großbritannien, Irland und Frankreich missbraucht worden sein.

Israel hat eine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen abgelehnt, wonach Mossad-Agenten am 20. Januar den Hamas-Befehlshaber in einem Luxushotel in Dubai getötet haben sollen. Außenminister Avigdor Lieberman ließ eine Beteiligung seines Landes an der Ermordung zuletzt offen. Beweise dafür gebe es nicht, sagte er. Die Hamas hat Israel beschuldigt, hinter der Tat zu stecken. Auch Dubais Polizei-Chef Dahi Chalfan sagte: "Unsere Ermittlungen zeigen, dass der Mossad in den Mord von Mabhuh verwickelt ist. Das ist zu 99 Prozent sicher, wenn nicht 100 Prozent."

Nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen und der Hamas soll Mabhuh beim Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen eine Schlüsselrolle gespielt haben. Die radikal-islamische Hamas lehnt ein Ende des bewaffneten Kampfes gegen den jüdischen Staat ab und beherrscht den Gazastreifen.



Quelle: Reuters (18. Februar 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Beamte , Mord , Legislation , Western Europe , Europe , Diplomacy; International Relations , German General News , Crime; Law Enforcement , Domestic Politics , London , Israel , Chefs , Paris , Attentat , United Kingdom , Dubai , Informant , Mossad , United Arab Emirates , Middle East , "riots, Demonstrations And Internal Disturbances" , Emerging Countries

Erschienen 18. Februar 2010 bei http://www.reuters.com.

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