Irisches Schweinefleisch in zwei Bundesländer geliefert
Reuters | 8. Dezember 2008 — Berlin (Reuters) - Die deutschen Behörden suchen weiter mit Hochdruck nach möglicherweise dioxinbelastetem Schweinefleisch aus …
Berlin (Reuters) - Möglicherweise dioxinbelastetes Schweinefleisch aus Irland ist nach Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein geliefert worden.
Entsprechende Angaben über Lieferungen von Fleisch nach Deutschland habe die EU-Kommission über das europäische Schnellwarnsystem weitergegeben, sagte der Sprecher des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Jochen Heimberg, am Montag in Berlin. Die Bundesländer seien informiert worden. Bisherigen Erkenntnissen zufolge handele es sich um geringe Mengen Fleisch, die nun auf Dioxin untersucht würden.
Allerdings sei die Liste nicht abschließend. So sei möglich, dass das Fleisch innerhalb der Bundesrepublik weiter verteilt worden sei. Ebenso könne Ware auch über Drittländer eingeführt worden sein. Auch die zurzeit nicht erkennbar betroffenen Bundesländer führten Überprüfungen durch.
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesamts für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz sind in dem Bundesland vier Betriebe betroffen. Bei zwei Betrieben seien 1000 Tonnen Fleisch ausfindig gemacht worden, die aus Irland eingeführt worden seien. Die anderen beiden Verarbeitungs- und Zerlegebetriebe prüften noch.
Nach Angaben der irischen Behörden wurde Fleisch vermutlich in 20 bis 25 Länder exportiert. Frankreich, die Niederlande und Belgien informierten die Regierung in Dublin darüber, dass sie verseuchte Produkte erhalten hätten.
Irland hatte am Samstag alle im eigenen Land hergestellten Schweinefleischprodukte wegen möglicher Dioxinbelastungen aus Geschäften, Restaurants und Verarbeitungsbetrieben zurückgerufen. Laboruntersuchungen hätten einen bis zu 200-fach erhöhten Wert des krebsauslösenden Stoffes nachgewiesen, teilte die Regierung mit. Das deutsche Verbraucherschutzministerium hatte am Sonntag die Lebensmittelbranche aufgefordert, alle irischen Schweinefleischprodukte vorsorglich vom Markt zu nehmen.
Das Bundesamt betonte, eine aktuelle Vergiftungsgefahr bestehe für die Konsumenten nicht. Allerdings lagert sich Dioxin im Fettgewebe ein. Es kann dann zu einem späteren Zeitpunkt im Körper Krebs auslösen.
Erschienen 8. Dezember 2008 bei http://www.reuters.com.
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