IRIS2009 - Prof. Michaela Strasser "Wissen ist Macht"

Einen der Eröffnungsvorträge bei der IRIS2009 hielt wie im Vorjahr Prof. Michaela Strasser. Sie referiert zum Thema "Wissen ist Macht" und beginnt mit der These, das Wissen uns Handlungsvermögen und auch Vermögen verschafft. Es gebe verschiedene Arten der Macht, z.B. Macht über Materie oder Macht über Menschen. Durch die Ausübung von Macht sei nicht nur der Beherrschte von seinem Herrn abhängig; auch der Herr sei in gewisser Hinsicht von seinem Knecht abhängig. Macht sei also angewiesen auf den Adressaten der Macht, benötige die Zustimmung ihrer Adressaten. Macht sei daher keine absolute Gewissheit, sondern nur die Chance, sich durchzusetzen. Wegen der damit einhergehenden Freiheitsbegrenzung sei Macht immer rechtfertigungsbedürftig. Im weiteren Verlauf unterschied Strasser zwischen verschiedenen Ausprägungen der Macht, nämlich Verletzungsmacht, instrumenteller Macht (der uns allen am meisten vertrauten Alltagsmacht), autoritative Macht sowie der Macht des Datensetztens. Die datensetzende Macht ist eine objektvermittelte Macht. Sie geht einher mit einer Entpersonalisierung der Machtverhältnisse, Formalisierung und Integrierung, also der Verzahnung bestehender Verhältnisse. In der Vergangenheit sei es gefährlich gewesen, Wissen zu vertreten. Im Ergebnis habe man für lange Zeit nur nach fruchtbringenden aber nicht mehr nach lichtbringenden Erkenntnissen gesucht. Dies habe sich erst mit der Aufklärung geändert. Es habe sich eine institutionalisierte Forschung und Bereitschaft der Gesellschaft entwickelt, Forschungsergebnisse zu akzeptieren und zu nutzen. In der Neuzeit sei eine Machtverschiebung im Wissens- und Wis…

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Themen: Wissen , Macht , Iris , Salzburg , Iris2009

Erschienen 26. Februar 2009 auf http://lawgical.jura.uni-sb.de/.

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