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Internetkriminalität: Angeblich 12 Millionen Euro ergaunert

am 13.05.2006 von http://www.strafblog.de

Vor dem Landgericht Osnabrück hat gestern einer der bislang größten Prozesse in Deutschland begonnen, in denen es um Internetkriminalität geht. Die vier Angeklagten im Alter zwischen 26 und 37 Jahren sollen faz.net zufolge durch Betrug und Datenmanipulation an Computern mehr als zwölf Millionen Euro auf ihre Konten geschleust haben. Die Angeklagten sollen auf Internetseiten mit überwiegend pornografischem Inhalt sogenannte Dialer installiert haben, die den normalen Zugang beenden und auf teure 0190er Nummern umschalten. Das ist zulässig, sofern der Nutzer durch einen Warnhinweis darauf hingewiesen wird und die Möglichkeit hat, das Programm abzubrechen oder bewusst gegen Entgelt weiterzumachen. Die Angeklagten sollen das Programm aber so verändert haben, dass die Abfrage unterlieb und unbemerkt vom Nutzer eine Weiterleitung auf die teuren Seiten erfolgte. Darüber hinaus soll die Signatur der Dialer und die Registratur der Rechner so verändert worden sein, dass die Programme vom Rechner als sicher erkannt wurden, ohne einen Warnhinweis an den Surfer zu übermitteln. Jede Minute des Surfens wurde mit Beträgen zwischen 1,83 und 45 Euro abgerechnet. Die Betroffenen bemerkten dies erst, wenn sie ihre hohen Telefonrechnungen kontrollierten. Viele verzichteten jedoch auf Anzeigen und zahlten lieber, weil sie nicht als Besucher von Pornoseiten auffallen wollten.

Die Verteidigung des Hauptangeklagten hat eine dem Grunde nach geständige Einlassung angekündigt. Allerdings sei der Schaden weitaus geringer als von der Anklage behauptet.

Autor: RA Rainer Pohlen

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