Inkasso und Kontoführungsgebühren

Heute wieder ein Telefonat mit meinem Lieblingsfeind: Einem Inkassobüro. Dem Gläubiger (!) wurden Kontoführungsgebühren in Rechnung gestellt. Schon auf Schuldnerseite vertrete ich die Ansicht, dass Kontoführung eine Hauptleistungspflicht des Inkassobüros ist, wofür ja bereits eine Inkassopauschale verlangt wird. Es sind daher keine Kosten, die als Verzugsschaden geltend gemacht werden können. Nur, wenn der Schuldner die Kosten schon nicht zu tragen hat, dann muss es der Gläubiger auch nicht, vor allem, wenn es dafür keine vertragliche Grundlage gibt.

(Nur am Rande mag man mal die folgende Überlegung anstellen: Wenn es keine vertragliche Grundlage für die Kontoführungsgebühren gibt, der Gläubiger diese also nicht zu tragen hat, dann entsteht ihm auch kein Verzugsschaden. Wenn ein Inkassobüro nun unter Verweis auf §§ 280, 286 BGB Kontoführungsgebühren als Verzugsschaden dem Schuldner als Verzugsschaden des Gläubigers in Rechnung stellt und hofft, dass der Schuldner sie zahlt, dann könnte man schon sehr an strafrechtliche Tatbestände denken.)

Jaja, wir haben die Kosten storniert, meint die Dame am Telefon. Nun wechselt der Tonfall ins vorwurfsvolle bis beleidigt-schmollende: “aber wenn der Schuldner die Kontoführungsgebühren zahlt, dann freut sich der Gläubiger”. Ich antworte darauf (ironischer Tonfall): “In erster Linie freut sich wohl das Inkassobüro”.

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Erschienen 30. Juni 2008 auf http://www.lehrstellen-verein.de/blogg/.

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