In Deutschland noch keine Auswirkungen von Gasstreit spürbar

Düsseldorf (Reuters) - Die führenden deutschen Gasversorger sehen nach wie vor keine Auswirkungen des Gasstreits zwischen Russland und Weißrussland in Deutschland. "Wir bekommen weiter sämtliches Gas wie vertraglich vereinbart", sagte eine Sprecherin des ostdeutschen Versorgers VNG am Mittwoch. Das Unternehmen verfüge zudem über diverse Bezugswege und Speicher, so dass die Versorgung sichergestellt sei. Zuvor hatte EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärt, in Ostdeutschland komme wie auch in Polen und Litauen weniger Gas an als erwartet.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte mitgeteilt, sein Land habe den Transit russischen Erdgases gen Westen unterbrochen. Er reagierte damit auf die Ankündigung der russischen Gazprom, Lieferungen an Weißrussland wegen eines Konflikts um angeblich unbezahlte Rechnungen zu drosseln. Russland reduzierte nach Angaben Gazprom-Chef Alexej Miller am Mittwoch seine Gaslieferungen an Weißrussland auf 60 Prozent der normalen Menge. Der Transit russischen Gases durch Weißrussland nach Europa erfolge jedoch in vollem Umfang.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle appellierte an beide Seiten, rasch zu einer gütlichen Einigung zu finden und ihrer Verantwortung als Lieferanten und Transitland gerecht zu werden.

Auch die größte deutsche Ferngasgesellschaft E.ON Ruhrgas sieht noch keine Folgen in Deutschland. Der Konzern erhalte ohnehin nur einen geringen Teil seines russischen Gases über Weißrussland, sagte ein Sprecher. Der größte Teil komme über die Ukraine nach Waidhaus an der deutsch-tschechischen Grenze. Ruhrgas bezieht 26 Prozent seines Gases aus Russland, der größte Lieferant ist Norwegen mit 27 Prozent.

Es gebe keine Anzeichen dafür, dass weniger Gas ankomme, hieß es auch bei RWE. Der Konzern bezieht Gas aus Russland allerdings in der Regel auch nicht über Weißrussland, sondern über die Ukraine und die Slowakei. Während des früheren Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine war auch auf die Route über Weißrussland zurückgegriffen worden. Die Branche verweist zudem darauf, dass aufgrund der Witterung ohnehin weniger Gas verbraucht wird und die Speicher gut gefüllt sind.

Russland deckt rund 25 Prozent des Gasbedarfs in Europa. Vier Fünftel davon strömen über die Ukraine und ein Fünftel über Weißrussland.



Quelle: Reuters (23. Juni 2010)

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Themen: Germany , Western Europe , Europe , Diplomacy; International Relations , German General News , Domestic Politics , Central And Eastern Europe , German Equities , Sprecher , Westen , Ukraine , Westerwelle , Russian Federation , Crude Oil , Poland , Eastern Europe , Rwe , Gazprom , Natural Gas , Belarus , Emerging Countries , Energy And Resources , Vng

Erschienen 23. Juni 2010 bei http://www.reuters.com.

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