Krankenkasse sieht Hinweise auf zu häufige Operationen
Reuters | 27. Juli 2010 — Berlin (Reuters) - In Deutschland bekommen nach Ansicht der Krankenkasse Barmer GEK möglicherweise zu viele Patienten ein kosts…
Berlin (Reuters) - Immer mehr und immer jüngere Kinder plagen Rückenschmerzen.
Knapp fünf Prozent aller Kinder in einem Alter bis 13 Jahren sei im vergangenen Jahr eine physiotherapeutische Behandlung verordnet worden, teilte die Krankenkasse Barmer GEK am Dienstag in Berlin mit. Bei rund der Hälfte der Kinder waren Rückenschmerzen diagnostiziert worden. Insgesamt seien die Ausgaben für Heilmittel, zu denen auch die Physiotherapie zählt, gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf über 618 Millionen Euro gestiegen. Die Ausgaben für sogenannte Hilfsmittel wie medizinische Schuheinlagen seien um 8,4 Prozent auf über 670 Millionen Euro angewachsen.
Der stellvertretende Barmer-GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker. machte für diese Entwicklung die Eltern mit verantwortlich. Kinder würden sich immer weniger bewegen. "Bewegungsförderung aber ist eine Aufgabe, bei der vor allem Eltern und Erzieher zuerst gefragt sind", sagte er.
Allerdings gebe es in den Statistischen Daten der mit knapp neun Millionen Versicherten größten Krankenkasse auch Ungereimtheiten. "Während der Anstieg bei Schulkindern und Teenagern noch mit Bewegungsmangel und Ernährungsgewohnheiten erklärbar ist, sind die unspezifischen Rückenschmerzdiagnosen und Krankengymnastik-Verordnungen bei Kindergartenkindern höchst fragwürdig", erklärte Schlenker.
Auffälligkeiten gebe es auch bei den Hilfsmitteln. So würden in Mecklenburg-Vorpommern doppelt so viele verordnet wie in Baden-Württemberg. Keine Erklärung gebe es auch dafür, dass fast fünf Prozent der Kinder eine Schuheinlage verschrieben bekommen. Allerdings würde nur bei 1,3 Prozent der Kinder dieser Altersklasse ein "Plattfuß" diagnostiziert.
Erschienen 5. Oktober 2010 bei http://www.reuters.com.
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