IJU distanziert sich von Al Qaida -und Süleyman soll tot sein

Süleyman Özbeki - mit Videokamera

Es sind erstaunliche Botschaften, die in diesen Tagen von der “Islamischen Jihad Union” (IJU) ausgehen: Die Gruppe möchte nichts mit Al Qaida zu tun haben, dafür aber ein eigenes, möglichst weltweites Kalifat. Und das in einer Zeit, in der das Amt des Pressesprechers bei der IJU neu besetzt werden muss. Doch der Reihe nach:

Anfang Oktober berichtete die türkische Polizei von einer Groß-Razzia gegen Islamisten. Zahlreiche Personen seien festgenommen worden. Einige von ihnen gehörten zu Al Qaida, die restlichen zur IJU. Die Gruppe habe Anschläge in der Türkei geplant und hätte auch deutsche Ziele angreifen wollen.

In Deutschland war die Razzia kaum eine Meldung wert. Der IJU aber schon. Sie verbreitete auf der einschlägigen Webseite, auf der auch schon das Bekennerschreiben der Sauerlandgruppe und das ein oder andere Breininger-Video auftauchte, eine Art Gegendarstellung, die das BKA gefunden hat:

Man habe nichts mit Al Qaida zu schaffen, habe niemals eine Aktion in der Türkei geplant und sei auch aktuell nicht in der Türkei aktiv. Im übrigen sei das Ziel der Gruppe ein Kalifat (ein diktatorischen Gottesstaat) - wenn möglich weltweit. Mit Al Qaida habe man nichts zu tun.

Ist das nun eine ernste Distanzierung - oder Propaganda? denn immer wieder ist in der Vergangenheit über die Zusammenarbeit von Al Qaida mit der IJU spekuliert worden. Doch klar ist auch: Anschläge in der Türkei wären für die IJU kontraproduktiv. Unter Türken will man rekrutieren und Unterstützung erhalten, es soll viele Bezüge in die Türkei geben. Also liegt es nahe, dass die IJU nicht an dem Ast sägen will, auf dem sie sitzt. Jedenfalls nicht zu offenkundig.

Es ist also in jedem Fall ein geschickter Propaganda-Zug der IJU, sich von Al Qaida abzugrenzen. Denn in allzu großer Nähe zum “Großen Bruder” käme sie bei ihrer Zielgruppe in Rechtfertigungsdruck. Aber offenbar hat die IJU noch mehr Probleme, denn ihr “Mediendirektor” soll tot sein.

Süleyman

Süleyman Özbeki, von dem auch schon häufiger im Verfahren die Rede war, soll nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz zusammen mit seinem Bruder Mushi bei einem Bombenangriff getötet worden sein. Süleyman (alias Susi/Sul/Sule/Suley) war für das BKA Nummer 9 der Beschuldigten im …

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Themen: Bka , Ast , Propaganda , AL Qaida , Jihad , Breininger , Iju

Erschienen 10. November 2009 auf http://www.swr.de/blog/terrorismus.

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