IG Metall sieht bis zu 700.000 Arbeitsplätze bedroht
Reuters | 25. Januar 2010 — Frankfurt (Reuters) - Die IG Metall sieht als Folge der Wirtschaftskrise allein in ihrer Branche weit mehr als eine halbe Milli…
Frankfurt (Reuters) - Die IG Metall will in den kommenden Wochen ihren Forderungen nach gleicher Bezahlung in der Leiharbeit und gesetzlichen Mindestlöhnen Nachdruck verleihen.
"Wir sind bis dato in Berlin auf taube Ohren gestoßen. Deswegen verstärken wir bei diesem Thema den Druck", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber am Montag in Frankfurt. An rund 2200 Aktionen überwiegend in den Betrieben sollen rund 1,5 Millionen Beschäftigte teilnehmen. Zu den Veranstaltungen zählten bis zum 13. November auch Demonstrationen unter anderem in Hannover, Frankfurt, Stuttgart und Nürnberg.
Der Aufschwung in Deutschland komme zwar voran. Das spüre auch die Gewerkschaft in den Betrieben, sagte Huber. Auch freue die IG Metall, dass die Regierung die Bedeutung höherer Löhne für den Aufschwung erkannt habe. "Aber das eigentliche Problem sind nicht die tariflich regulierten Bereiche, sondern der Niedriglohnsektor mit fast sieben Millionen Beschäftigten, darunter die Leiharbeit", sagte Huber. Hier sei die Bundesregierung gefordert. Sie müsse die Ausweitung und den Missbrauch der Leiharbeit gesetzlich stoppen.
Zur Jahresmitte hatte es bei Leiharbeitsfirmen, einschließlich fest angestellter Mitarbeiter in der Verwaltung rund 733.500 Beschäftigte gegeben. Im Vergleich mit den Zeiten der Wirtschaftskrise im Jahr zuvor war dies ein Drittel mehr. In vielen Betrieben wird Leiharbeit genutzt, um schwankende Auslastungen der Kapazität abzufedern. Vielen Arbeitgebern gilt das Instrument daher als unverzichtbar. Die IG Metall stellte am Montag das Ergebnis einer Betriebsrätebefragung vor, nach der zuletzt 43 Prozent der Neueinstellungen auf Leiharbeit entfielen. Etwa 42 Prozent erhielten befristete Verträge und nur 15 Prozent erhielten einen unbefristeten Arbeitsplatz.
Erschienen 1. November 2010 bei http://www.reuters.com.
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