IG-Metall empfiehlt 7 bis 8 Prozent höhere Löhne
am 08.09.2008 von http://www.reuters.com
Frankfurt (Reuters) - Die IG Metall will trotz des Konjunkturabschwungs in der bevorstehenden Tarifrunde sieben bis acht Prozent höhere Einkommen fordern.
Dieser Forderungskorridor berücksichtigt die gesamtwirtschaftliche Lage und er berücksichtigt die Erwartungen der Arbeitnehmer, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber am Montag. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Damit liegt die vom Bundesvorstand von Deutschlands mächtigster Gewerkschaft am Montag beschlossene Empfehlung deutlich über den Vorstellungen der Arbeitgeber. Deren Verband Gesamtmetall hatte gewarnt, die hohe Inflation dürfe nicht Anlass sein, stärker an der Lohnschraube zu drehen. Die Forderungsempfehlung ist die höchste der IG Metall seit 16 Jahren.
Mehrere große IG-Metall-Bezirke hatten sich bereits im Vorfeld für Forderungen zwischen sieben und acht Prozent stark gemacht. Endgültig beschließen will die Gewerkschaft ihre Forderung am 23. September. Erste regionale Gespräche mit den Arbeitgebern sollen Anfang Oktober beginnen. Die sonst übliche Friedenspflicht entfällt. Mit Auslaufen der Tarifverträge für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Schlüsselbranche Ende Oktober kann die IG Metall mit Warnstreiks ihrer Forderung Nachdruck verleihen. Ab 1. November sind wir frei zu betrieblichen und überbetrieblichen Kampfaktionen, demonstrierte Gewerkschaftschef Huber Konfliktbereitschaft.
Die IG Metall begründet ihre Forderung damit, dass bei den Beschäftigten zu wenig vom zurückliegenden Aufschwung angekommen sei. Stattdessen seien Managergehälter und Vermögenseinkommen rasant gestiegen. Es geht um mehr Gerechtigkeit, mehr Wachstum für mehr Beschäftigung, sagte Huber. Die Binnennachfrage müsse gestärkt werden, um die abflauende Weltkonjunktur aufzufrischen. Mahnungen der Arbeitgeber vor einem Desaster für Betriebe und Belegschaften, falls die Gewerkschaft ihre Forderungen nicht an wirtschaftlichen Fakten sondern am Ungerechtigkeitsempfinden der Menschen orientiere, wies Huber als ignorant zurück.
Gleichzeitig betonte Huber, …
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