Ich steck´ euch alle an! - Aidskranke biss zu
am 03.12.2006 von strafblog
Eine aidskranke Frau, die im Suff drei Freundinnen gebissen und hierbei gedroht hatte, diese mit der Immunschwäche-Krankheit anzustecken, ist am vergangenen Freitag vom Münchner Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten und einer Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt worden. Freiheitsstrafe und Maßregel wurden laut sueddeutsche.de unter der Auflage zur Bewährung ausgesetzt, dass die Frau sich in eine stationäre Therapie begibt. Die betäubungsmittelabhängige Angeklagte hatte Anfang des Jahres erfahren, dass sie HIV-positiv ist und sich danach monatelang in ihrer Wohnung verkrochen. Als sie sich dann im Juni mit drei Freundinnen verabredet hatte, ließ sie sich ziemlich volllaufen und bekam dann nach Zeugenaussagen bei einer wortstarken Auseinandersetzung den Moralischen. Bei dem Versuch, sie zu beruhigen, wurden die drei Freundinnen von der 24-Jährigen mehrfach gebissen. Hierbei verlor die Frau, bei der später eine Blutalkoholkonzentration von 2,66 Promille festgestellt wurde, eine Plombe und hatte den Mund voller Blut. Glücklicherweise hat sich trotzdem keines der Opfer mit dem HIV-Virus infiziert.
Die Angeklagte bedauerte vor Gericht ihr Verhalten, an das sie sich allerdings nicht konkret erinnern konnte. Sie wisse nur noch, dass sie im Krankenhaus aufgewacht und auf einer Trage angeschnallt gewesen sei.
Das Gericht ließ schließlich Milde walten, nachdem die Tatopfer erklärt hatten, sie hätten an einer Bestrafung kein Interesse, da die Angeklagte ersichtlich nicht klar im Kopf gewesen sei. Er gab der jungen Frau die Chance, sich freiwillig in eine Therapie zu begeben, um ihre Suchtproblematik in den Griff zu bekommen, was diese auch tun will.
Autor: RA Rainer Pohlen
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